Blumengart 1943

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V / 44 [1] Jakob Dyck u Anna geb Rempel

Jakob Dyck mit Ehefrau Anna Rempel hatten 1899 geheiratet. Sie hatten eine Wirtschaft mit 64 Desjatinen. Sie hatten 14 Kinder von denen 7 als Kinder verstarben. Der älteste Sohn Jakob starb an Typhus, der Vater erkrankte an und ist 1927 gestorben. Bei einem Überfall auf das Dorf stritten sich die Soldaten wegen einen Mantel und einer erschoss den anderen. Danach wurde er dafür beschuldigt und gequält. 1929 erkrankte der Sohn Peter auf dem die ganze Wirtschaft lag und starb, ich erinnere mich noch wie wir auf der Strassen standen als er schon krank war, die Kolchose bearbeitete das Land schon, da pflügten sie mit zehn Pflüge quer durch die Äcker, da meinte er „das muss doch gut sein“, er selber hat schon nicht in der Kolchose gearbeitet, der Herr hat ihn zu sich gerufen, für ihn sei das Kolchosesystem nichts. Der dritte Sohn Gerhard war in der Kolchose Kraftfahrer und ist später im Krieg gefallen, der vierte Sohn Johann war in der Kolchose in der Schmiede, beim Schmied als Gehilfe. Die drei genannten Söhne waren alle ledig. Justina heiratete den Witwer Gerhard Dyck von Schöneberg im Jahre 1930 und zog nach Haus D/3. Liese heiratete einen Lehrer Abram Fröse von Schöneberg und wohnten aber nicht in Blumengart. Anna blieb ledig. Maria heiratete auch, jedoch zog sie nach Burwalde. Eva heiratete 1934 Bernhard Wiebe und wohnten in diesem Haus. Sie hatten zwei Kinder, Adina und Bernhard. Die Geschwister Gerhard, Johann, Anna und Eva kamen mit ihren Angehörigen alle nach Leipzig. Gerhard wurde in die Armee eingezogen und ist gefallen. Johann wurde ebenfalls eingezogen in die Armee und ist später nach Canada gezogen, er brauchte nicht nach Russland zurück. In Canada hat er dann geheiratet. Die Schwestern wurden nach Russland verschleppt mit Mutter. Die Mutter starb im Güterzug, als die russische Armee uns von Deutschland wieder nach Russland brachte. Anna verstarb in Russland, und Eva war mit ihren Kindern alleine, da Bernhard Wiebe im Kriege vermisst wurde. Eva ist in Bad Salzuflen am 17. Dezember 1996 gestorben.

[1] Bezeichnung weist mit der Numer auf den Hof auf der Karte. Diese Beschreibung gilt für beide Karten von 1917 und 1943. Buchstaben für 1917 und Zahlen für 1943
Quellen:
Auszug aus unveröffentlichtes Buch "Blumengart" von Hermann Schirmacher
GMOL Nummer #XXXXX von https://www.grandmaonline.org
Hinweis: Die Beschreibungen sind Erinnerungen aus der Vergangenheit von Personen, die in Blumengart gelebt haben. Viele Personen sind bereits verstorben, auch wenn im Text in der Gegenwart gesprochen wird. Die Informationen mögen nicht immer korrekt sein.  Sie werden hier für geschichtliche sowie wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt. Wenn Sie auf der Website Material oder Informationen finden, die hier nicht sein sollten, erweitert oder korrigiert werden, wenden Sie sich bitte an: willisfreunde@gmail.com