| Die letzte allgemeine Bundes-Konferenz in Russland, abgehalten in Moskau im Januar 1925. Geleitet wurde diese Konferenz von Alexander Ediger, Schönsee, Molotschna Kolonie und Jakob Rempel, Grünfeld, Chortitza Kolonie. Die meisten der Delegaten kamen später in die Verbannung und in die Gefängnisse und sind dort umgekommen. |
| Aufgaben von Prediger waren: Pfingsten Jugendliche mit der Taufe bedient, Ehepaare trauen, manche Seelen getröstet, wenn sie körperlich oder seelisch krank waren, bei Sterbefällen gedient, viele Fahrten für die Gemeinde gemacht und oft seine Zeit der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Lohn gab es in jenen Jahren für die Prediger noch nicht, aber die Reisen wurde schon bezahlt. Haben wir als wohlhabende Bauern uns nicht in jener Zeit an unseren Gemeindeleitern verschuldet, indem wir ihnen fast nichts zukommen ließen? Quelle: "Mennoniten in der Umgebung von Omsk" von Peter Krahn, Seiten74-77. |
| Einige Informationen die in der Grandma Datenbank nicht vorkommen sind hier extra erwaent. |
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01. Martens, Franz Fr., Ältester
K. G., Ufa.
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Franz Martens kam aus Dawlekanowo, Ufa Gebiet. Er wurde verbannt. (Q. 1 MM Seite 258) |
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2. Siemens Hein. K., Pred. B. G., Ufa - in Kanada.
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03. Friesen, Franz, Prediger B.G., Slawgorod,
Sibirien.
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...Er war Prediger der Mennoniten Brüdergemeinde in Alexanderkrone, Gebiet Slawgorod. Diese Gemeinde wurde 1919 mit den beiden Gemeinden Alexanderkrone und Schumanowka gegründet, später schloss sich auch noch Halbstadt an. Die Gemeinde hatte drei Prediger: Abram Ratzlaff, der erste Leitende, Franz Friesen und Jakob Rogalski. Diakon war Jakob Wines. Bruder Franz Friesen wurde als Ältester gewählt und ordiniert. Nach seiner Auswanderung im Jahre 1926 zog Isaak Braun von Gnadenheim nach Alexanderkrone und wurde Leiter der Gemeinde... Bild: "In den Steppen Sibiriens" von Gerhard Fast, Rosthern, Sask., Seite 77. In der Liste Tscherkasjanova nicht da. |
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4. Baergen, Bernhard, Prediger B. G., Neu-Samara.
#175572
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| Sie wohnten im Dorf Pleschanowo. Im Jahre 1910 fuhr Bruder Bernhard nach Deutschland zur Allianzbibelschule in Berlin, wo er zwei Jahre studierte. Dann Hochzeit mit Anna Thiessen, Tochter von Klaas Thiessen. Zum Prediger der Mennoniten Brüdergemeinde wurde er schon vor dem Kriege ordiniert und hat dann viel unter der Jugend gearbeitet. Etliche Jahre war er auch mit Prediger Kornelius Klassen Bibellehrer in dem Dorfe Lugowsk. Nachdem Br. Abr. Martens, Leiter und Ältester der Mennoniten Brüdergemeinde krank wurde (er bekam einen Schlaganfall), wurde Bruder Bernhard Bargen zum Leiter der Gemeinde gewählt.1929 verhaftet Erst nach vier Jahren kam ihr Mann zurück als Krüppel mit Krücken. Am 24. Januar 1935 mußte er weg in die Verbannung. Nach drei Jahren kam er wieder frei und heiratete eine Witwe, Lena Wiebe. Doch eine Woche nach der Hochzeit wurde er wieder verhaftet, jetzt fuer immer. (Q. 1 MM Seiten 119-123) |
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5. Klassen Peter, ?, B. G., Ignatjewka Nr. 1
- unbekannt.
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06. Löwen, David Heinr., Pred. K. G., Romanowka
(später Kolchos "Progress" ), Orenburg. # nicht da
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| ...Er stammt aus dem Dorfe Rudnerweide, Molotschna, wo er
am 31.05.1877 geboren wurde. Nach Beendigung der Dorfschule, absolvierte
er die Halbstädter Zentralschule und kam zuerst als junger Lehrer nach
der Ansiedlung Neu-Samara. Von dort kam David H. Löwen nach der Ansiedlung
Orenburg. Hier war er volle 20 Jahre Lehrer im Dorfe Dejewka. Er wurde am 31.05.1911 zum Prediger der Dejewer Mennonitengemeinde gewählt und im Jahre 1911 ordiniert. 1927 wurde Prediger Löwen D. H. verhaftet und nach Taschkent in Mittelasien ins Gefängnis gebracht. Dort wurde er aufs erbärmlichste gequält, so dass er dort den Verstand verlor, denn als seine Frau ihn später besuchte, erkannte er sie nicht mehr. Er ist dann auch dort gestorben. |
| (Q. 3 Orenb. Seiten 133, 153; Q. 1 MM Seiten 389-390) |
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7. Peters Johann Johann, Missionar, Romanowka,
Orenburg - unbekannt. # 424902
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| Johann Johann Peters ist am 27 Oct 1885 in Paulsheim, Yazykovo geboren und wurde am 6 Mai 1913 zum Prediger ordiniert. Johann Peters lebte in Susannovo, Orenburg, das von seinem vater Johann Peters (#423255) 1911 gegruendet wurde und nach seiner 1913 verstorbenen Frau Susanna benannt. Johann Peters wird von Karl Fast in "Orenburg" nicht als Delegierter der Konferenz genannt. Verhaftet am 13 Feb 1937. |
| (Q. 3 Orenb.Seite 28, 153; Q. 4 GM 4.23) |
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8. Lohrenz Gerhard Joh., K. G., Schönsee,
Sagradowka. #239530?
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| wahrscheinlich der juengste Teilnehmer. Nach einigen Quellen Autor von "Damit es nicht vergessen werde" 1974. Aber in seiner Kurzbiographie (Vorwort) erwaehnt er dieses Ereignis nicht, auch nicht mal dass er Predieger in Russland war. |
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9. Reimer Aron Ar., Ält. B. G., [Schöntal],
Slawgorod, Sibirien - #13108
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Aron Reimer wurde 1870 in Fürstenwerder geboren. 1899 zog auch Aron Reimer nach dem Dorf Stepanowka bei Orenburg. In dem selben Jahre bekehrten er sich und wurde in die M.B.G. "Kamenka" aufgenommen. Diese Gemeinde wurde 1905 in drei Gemeinden geteilt und Reimer Aron diente jetzt als Predieger in der MBG "Klubnikowo". 1909 zog Aron Reimer in die Kulunda-Steppe im Altaj. 1920 wurde er zum Ältester des ganzen Slawgoroder Gebietes ordiniert. 1925 siedelten Reimers im Dorfe Irapuato in Mexiko an, 1931 gestorben in USA. Bild: "Diese Steine" von A. Reger / D. Plett, Seite 312 |
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10. Martens Johann, B. G., Olgafeld, Fürstenland
. # 705653
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| Johann Johann Martens (18 May 1885-5 May 1935) war der Sohn des Predigers Johann Martens in Olgafeld, Fürstenland. Ältester in Olgafeld, Fürstenland, später Chebrow und Fizmaurice, Saskatchewan, Kanada. |
| (Q. 1 MM Seite 456; Q. 4 GM 4.23) |
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11. Pauls Peter P., Pred. B. G., Nikolajpol,
Turkestan - China, Kanada. # nicht da
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| Peter Pauls (30.05.1898-1989) Predieger B. G. in Nikolajpol, Turkestan. Seine Eltern waren Peter Pauls (geb.30.03.1870) und Sara Wiebe (geb. 09.04.1877- Dez 1920), heirateten im Jahre 1897 in Nikolajpol und hatten 15 Kinder. Sein Bruder Franz (27.05.1900-) heiratete spaeter Renate Wall. Peter und Franz besuchten die Zentralschule in Halbstadt, Molotschna und spaeter auch die Bibelschule in Alexandertal, Molotschna. 1920 begannen sie in Nikolajpol als Lehrer und Predieger zu arbeiten. Peter Pauls ist im Herbst 1929 nach Moskau gefahren und von Moskau ist er mit dem letzten Zug nach Deutschland ausgereist. Anfang der 1930 Jahren wanderte Peter nach Kanada aus. Dort wohnte sein Vater und Bruder Heinrich von Vorrevolutionszeit. Aus Kanada begann seine Tätigkeit als Missionar im Ausland. Viele Jahre war er in China, in Gong-Kong. Peter Pauls arbeitete bei der Mission in der Vorbereitung der Radiosendungen. Er beherrschte außer Deutsch auch Russisch, Kirgisisch, Chinesisch und Englisch. Peter Pauls hatte nie geheiratet. |
| (Q. 5 RF Seite 75.) |
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12. Janzen Johan Martin, Pred. B. G., Bahndorf,
Memrik - verbannt. #581344
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Er wurde am 10. März 1885 in dem mennonitischen Dorf Ebenthal, später Nikolajewka genannt, in Memrik, Jekat. Gouvernement, Süd Russland geboren. Besuchte die Ohrloffer Zentralschule an der Molotschna und Lehrerseminar in Neu-Halbstadt. Im Herbst 1905 trat er seine erste Lehrerstelle an; er bediente eine kleine Ökonomieschule auf dem Gute des Herrn Heinrich Sudermann bei der Station Grischino, Jek. Dann nahm er eine Lehrerstelle in Herzenberg an, wo er Gelegenhiet bekam, sich am Bau der Mennoniten Brüdergemeinnde daselbst zu betätigen. Er wurde Dirigent das Gemeindechores. Nach zwei Jahren verließ er diesen Ort und kam nach Barwenkowo im Charkower Gouvernement. Daselbst diente er der mennonitischen Gruppe als Lehrer und Prediger. Studierte in Charkow Mathematik, um sich vorzubereiten auf ein Hauslehrerexamen. In Memrik wurde er auch von seiner Heimatgemeinde ins Predigtamt berufen und von dem Ältesten Jakob Derksen ordiniert. Nach dessen Tode 1926 übernham er auch die Leitung der Gemeinde und hat dann weiter über die Grenzen von Memrik segensreich gewirkt. Im Herbst 1937 ist er auf 10 Jahre nach Sibirien verbannt worden und seitdem verschollen. Bild: "Mennonitische Märtyrer" von A. A. Töws, Band I., Seite 282. |
| (Q. 1 MM Seite 282; Q. 4 GM 4.23) |
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13. Epp Hein., Pred., Slawgorod, Sibirien - in
Kanada. # ?
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| In Tscherkasjanowa nicht dabei. |
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14. Gaede Gerhard, Lehrer B. G., Tschunajewka,
Sibirien - verbannt. #352743
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Er stammte aus einem der Dörfer an der Molotschna in der Gnadenfelder Wolost, vielleicht Schardau. War Lehrer in Lichtfeldeund, dort leistete er vorzügliche Arbeit in der Schule, besonders im Gesang, im Zeichnen usw. Von Lichtfelde ging Gäde dann nach Dawlekanowo, als Lehrer an der Zentralschule. 1911 gruendete er eine Schule in Kulomsino, Omsk Post, Sibirien. 1915, im Frühjahr, machte die russische Regierung kurzen Prozess und schloss die Schule. Während der Revolution soll er dann im Gefängnis gesessen haben. Nach dem gab er Privatunterrict, wurde gerne zu Bibelbesprechungen eingeladen, wo er dann der Hauptredner war. Für etliche Jahre war er auch der Dirigent des Chores von Tschunajewka, und nahm gerne Teil wenn Dirigentenkurse abgehalten wurden. 1929 auf dem Weg nach Moskau wurde er festgenommen und ging in die Verbannung ... |
| (Q. 1 MM Seite 282-284; Q. 6 MidUvO Seite 96, 98) |
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15. Friedrichsen Peter Hermann, Ält. K.
G., Krim - unbekannt. #518742
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| Er wurde 1866 auf dem Gute Taschtschenak geboren. 1889 wurde er von der damaligen Ettingbrunner, später Busauer Gemeinde zum Prediger ...gewählt. Am 4. April 1906 wurde er durch große Stimmenmehrheit zum Ältesten der Busau-Aktatschi Mennonitengemeinde gewählt. Im Laufe von 20 Jahren hat P. Friedrichsen dann mit ganzer Hingabe treu und gewissenhaft seinem Amte vorgestanden, bis er am 26. Juli 1926 nach längerem Nervenleiden, wobei er doch noch immer seines Amtes waltete, einging zur ewigen Ruhe. |
| (Q. 7 MSadK Seite 41, 60) |
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16. Nickel ? , Ält. K. G., Trakt - verbannt.
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17. Janzen Nik. Fr., Pred. K. G., Neukirch, Molotschna
- verbannt. # nicht da
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| Prediger Nikolai Franz Janzen hatte Zentralschulbildung. Er heiratete die Tochter des Ex-Lehrers David Isaak (#164459?), Neukirch. Wurde als ganz junger Mann zum Prediger der Mennonitengemeinde in Neukirch gewählt. Im Mai 1934 wurde auch er auf etliche Jahre Gefängnis verurteilt und nach einigen Aussagen auch bald gestorben. |
| (Q. 1 MM Seite 302) |
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18. Siemens Peter Jul., B. G., Gussarowka, Barwenkowo
- unbekannt.
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19. Penner ? ? ?, Nikolajfeld, Sagradowka - unbekannt.
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20. Rempel Herm. Herm., Ält. E. M. B. G.,
Karasan, Krim - verbannt. #533304?
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| Er stammt aus Gnadenfeld, Molotschna. Er kam als junger Mann nach Karasan, wo er eine Stellung als Lehrer an der Zentralschule übernahm... Zuerst war er Älteste der Karsaner Mennonitengemeinde in der Krim. 1921 trat er aus der Gemeinde aus und gründete die evangelische Brüdergemeinde oder Allianzgemeinde, deren Älteste er wurde. Ältester Rempel wurde verhaftet, mußte eine Zeitlang Sklavenarbeit in den Schachten bei Jusowo [später - Donezk] tun und wurde dann nach Sibirien verbannt, wo er schließlich an den Folgen der vielen Entbehrungen und Mißhandlungen gestorben ist. |
| (Q. 7 MSadK Seite 40, 44) |
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21. Loewen Korn., Pred. K. G., Blumstein, Molotschna
- verbannt.
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22. Voth Heinrich, Ält. K. G., Schönau,
Sagradowka - verbannt. #428065
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Heinrich Voth wurde als ältestes Kind in der Familie Peter und Justina Voth in Waldheim, Molotschna Kolonie am 19. Oktober 1887 geboren. Später zog die Familie nach Altonau, Sagradowka Kolonie, am Fluss Ingulez. Er beendete die Dorfschule in Altonau und die Zentralschule in Neu-Schönsee. 1904 begann er die pädagogischen Kursen in Neu-Halbstadt, Molotschna Kolonie, die er 1906 beendete und das Lehrerexamen in der Stadt Nikolajew bestand. Seine erste Lehrerstelle bekam er beim Forsteiökonom K. Wiens in der Wladimirower Forstei, Sagradowka Kolonie, wo er als Hauslehrer angestellt war. Später war er Lehrer in Tiege und Vorsitzender des Lehrervereins. Am 16. Juni 1912 heiratete er Elisabeth de Jäger. Dieser Ehe entstammten in den nächsten zehn Jahren 5 Kinder. 1920 zum Prediger seiner Nikolajfelder Gemeinde gewählt. Mit 28 Jahren starb seine Frau Elisabeth. 1923 heiratete er Susanne Mantler aus der Alten Kolonie.1925 wurde H. Voth vom Ältesten der Grünfelder Gemeinde Jakob Rempel zum Ältestendienst ordiniert. am 8. Mai 1931 wurde er in seinem Dorf verhaftet und nach der Ural-Gegend verbannt. Seine Familie durfte mit ihm in die Verbannung. Im Dorf Melkoje bekamen die Voth's ein Häuschen und Heinrich wurde als Lehrer in der neu gegründeten Schule eingestellt. ...1935 wurde die Familie weiter nach dem Norden geschickt. Am 6. Januar 1938 wurde Heinrich wieder verhaftet, kam aber im Mai 1939 wieder frei. Hier erfuhr er, dass sein Sohn Heinrich in der Ukraine noch 1937 verhaftet worden war und seine Tochter Mariechen auch. 1947 zog die Familie Voth nach der Stadt Krasnowischersk. Hier blieb Heinrich gruendete und leitete da eine Gemeinde fast 20 Jahre.1966 machte sich Heinrich Voth mit seiner Frau noch einmal auf um nach Tokmak überzusiedeln. Die Gemeinde in Tokmak wurde durch ihn entscheidend geprägt. 1973 erkrankte Heinrich Voth schwer und am 1. November, an seinem 86. Geburtstag, starb er. Bild: "Diese Steine", Seite 508 |
| "Mennonitische Märtyrer", Band I., Seite 64 |
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23. Harder Korn., Ält. K. G., Sibirien -
in Kanada gestorben.
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| In der Liste Tscherkasjanova nicht da. |
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24. Willms Gerh. Hein., Pred. K. G., Hamberg,
Molotschna - verbannt.
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25. Froese Peter Pet., Pred. K. G., Jekaterinowka,
Sibirien - unbekannt.
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| In der Liste Tscherkasjanova: Froese Peter Peter, Lehrer, Prediger. Mennonit.
Aus dem Gebiet Ekaterinoslav. Der erste Lehrer (von 1906) in Jekaterinowka
Kreis Omsk Gebiet Akmolinsk. 1910 einer der Prediger der altmennonitische
Gemeinde in Aleksandrowka, Gebiet Akmolinsk. |
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26. Derksen Gerh. Jak., ? B. G., Alexanderthal,
Molotschna - in Kanada.
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27. Rahn Joh. Joh., Dirigent B. G., Waldheim,
Molotschna - verbannt.
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28. Klassen Abram, ? ? ? - unbekannt.
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29. Neustaetter Abram, Pred. B. G., Friedensfeld
unbekannt. #285844
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Neustaetter Abram 12. Dezember 1864 geboren und in der Ansiedlung Jasykowo im Dorfe Nr. 3 Dolinowka, oder Adelsheim genannt aufgewachsen. Er heiratete am 24. Mai 1887 Maria Schellenberg . Als junge Eheleute haben sie 15 Jahre in Einlage gewohnt, wo er viele Jahre Buchhalter, später Geschäftsführer in der Fabrik des Johann Friesen und auch viele Jahre Dirigent des Gemeindechores der Mennoniten Brüdergemeinde gewesen ist. Im Jahre 1898 verließ Neustaetter Abram Einlage und seit der Zeit haben sie an verschiedenen Orten gewohnt, wo er Geschäftsführer in mehreren Mühlen gewesen ist. 1915 zog er nach Friedensfeld, Kreis Nikopol wo er bald darauf leitender Prediger der Mennoniten Brüdergemeinde wurde. Am 25. Februar 1930 wurden er mit Frau und zwei Kinder nach Sibirien auf fünf Jahre verbannt. Im Jahre 1938 wurden zwei ihrer Söhne, darunter auch Abram, drei Schwiegersöhne und eine Tochter ihnen entrissen und verschickt auf Nimmer-Wiedersehen. 1940 zog er nach Jasykowo ins Dorf Adelsheim und ist 1945 in Wartegau gestorben. Bild: Prediger Abram K. Neustädter und Familie, Friedensfeld. Das Bild stammt aus der Zeit der Verbannung: es sind die Eltern, der Sohn Abram und Pflegetochter Maria Letkemann. Diese verheiratete sich später mit Isaak Bergmann. Der Mann ist alleine nach Kanada gekommen (Rosemary, Alberta) und sie ist mit drei Kindern nach Sibirien verschickt. (Zur Bildbeschreibung siehe Seiten 100 und 104 ?) |
| Kurzer Auszug aus dem Buch von Hermann Heidebrecht, Bielefeld,
Deutschland 1999. "Ein Hirte der Zerstreuten" in Diese Steine von A. Reger/D. Plett, Steinbach 2001. |
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30. Wiens Dietrich, Pred. E. M. B. G., Konteniusfeld,
Molotschna - verbannt.
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31. Dick Peter Heinrich, Pred. ?, Borissowo Nr.
1 - unbekannt. # ?
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| Prediger Peter Dyck von Kondratjewka. Druschkowka Nr.1, Bachmuter Kreis, Ek. Gouvernement, Süd Rußland. Er hatte dort einstmals eine schöne Wirtschaft mit mehr als 500 Morgen [Desjatin ?] Land, gutem Weizenboden. Als ihm vor 30 Jahren seine erste Frau gestorben war, kam er in die Schweiz, um die Evangelische Bibelschule zu besuchen. Dort war er etwa zwei Jahre. Dann ging er nach Rußland zurück, führte seine Wirtschaft und war im Nebenamt Prediger der Mennoniten. Im November 1929 wollte auch Prediger Peter Dyck auswandern und nach Amerika gehen. Wurde auch Peter Dyck verhaftet und nach dem kalten Norden Rußlands verschickt. Im Herbst 1931 war in Ust-Kulom in der Nähe des nördlichen Uralgebirges, wo er Waldarbeit verrichten musste. Peter Heinrich Dyck ist am 11. Februar 1933 verhungert und den 12. Februar auf dem Kirchhof in Kulom im Tannenwald beerdigt |
| Mennonitische Märtyrer", Seiten 112-114. |
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32. Koop Dietrich Hein., Pred. K. G., Alexanderkrone,
Molotschna - in Kanada gestorben.
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33. Wines Bernh., Pred. K. G., Gnadenthal, Molotschna
- verbannt.
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34. Redekopp, ? ? ?, ?, - unbekannt.
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35. Wiens Joh. Gerh., Pred. B. G., Tschongraw,
Krim - in Kanada. #?
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| 1918 wurde beschlossen im Dorfe Tschongraw auf der Krim, wo Missionar J. Wiens seit seiner Rückkehr aus Indien wohnte, eine regelrechte Bibelschule zu gründen.... Die Bibelschule in Tschongraw war die einzige mennonitische Bibelschule in Rußland, wenn wir diejenige auf der Station Dawlekanowo [Ufa], die nur sehr kurze Zeit existierte, nicht rechnen. ...Prediger Johann Wiens, Tschongraw, kam ins Gefängnis in Moskau; die Familie aber entkam nach Deutschland. Später erhielt die Familie die Nachricht, daß Bruder Wiens dort elend im Gefängnis umgekommen ist... |
| Die mennonitischen Siedlungen der Krim" von H. Görz, Seite 50. "Mennonitische Märtyrer", Seite 93. |
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36. Dick Aron Aron, Pred. K. G., Margenau, Molotschna
- verbannt. #217773
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Dick Aron Aron besuchte die Zentralschule in Gnadenfeld und Lehrerseminar in Neu-Halbstadt. Er Heiratete Ida Regehr, Tochter des Predigers Peter P. Regehr von Margena .und übernahm dort die Stelle als Lehrer an der neu erbauten Dorfschule in Margenau. Hier ist er dann auch schon geblieben bis zu seiner Verbannung im Jahre 1931. Die Margenauer Mennonitengemeinde hatte ihn zum Prediger gewählt und er widmete sich mit ganzem Eifer diesem Hirtenamt. Als Prediger wurde er bald Stimm- und rechtlos gemacht und hatte als solcher keine Verdienstmöglichkeiten. Seine Frau ist 1932 im Norden umgekommen. Er selbst kam noch einmal frei, kehrte nach Margenau zurück und heiratete 1934 dort eine Justel Heidebrecht und dann mit ihren beiden Kindern, Theo und Wera, wieder zurückfuhr in den Verbannungsort. Aron Dück war dann da auch Lehrer bis 1937, dann wurde er hier noch einmal genommen und weiter an einen anderen Ort im Norden geschickt, und seit der Zeit haben wir nichts mehr von ihm gehört. Seine Frau und Kinder blieben aber bis 1939 da. Bild: Lehrer und Prediger Aron A.Dück mit Familie. In "Mennonitische Märtyrer", Band I., Seite 339. |
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37. Ediger Alexander Heinrich, Ält. K. G.,
Schönsee, Molotschna - verbannt. #209012
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Alexander war in Berdjansk 1892 geboren worden, wo sein Vater bedeutende Ämter bekleidete: Bankdirektor, Besitzer einer Druckerei und eine Zeitlang stellvertretender dänischer Konsul. Seine Mutter war die Tochter eines reichen Berdjansker Mühlenbesitzers, J. Friesen. Seine drei Söhne hatten eine gute Ausbildung bekommen. Einer von ihnen war Doktor für Philosophie, Theodor Ediger. Er studierte an der historisch-philologischen Fakultät der Universität in St. Petersburg und einige Zeit in Berlin und Wien. 1923 wurde er zum Prediger und dann zum Ältesten der Schönseer Kirchengemeinde ordiniert. Neues geistliches Leben kam in die Gemeinde hinein. Er war Vorsitzender der KfK (Kommission für Kirchliche Angelegenheiten) und musste deshalb oft nach Charkow und Moskau reisen. Auch war er Redakteur von "Unser Blatt", damals der einzigen mennonitischen Zeitschrift in Russland. Er wurde 1929 verhaftet und in das Melitopoler Gefängnis gebracht, kam aber wieder frei. 1933 wurde er zum zweiten Mal verhaftet und nach Murmansk in den hohen Norden verbannt. Später kam er mit Frau zusammen nach dem östlichen Sibirien. 1938 kam Frau Ediger von dort zurück, und es gelang ihr später, nach Kanada zu entkommen. Ihre Kinder aber blieben alle in Russland. Alexander hat in der Gefangenschaft sehr schwere Zeiten durchgemacht, so dass er herzkrank wurde. Seitdem ist nichts Weiteres über sein Schicksal bekannt. Bild: Alexander Ediger und seine Frau. Foto aus Mennonitischen Märtyrer von A. A. Töws, Band I., Seite 73. |
| Mennonitische Märtyrer", Band I., Seiten 338-344. |
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38. Rempel Jakob Aron, Ält. K. G., Grünfeld,
Alt-Kolonie - verbannt. #349212
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Im Jahre 1883 am 9. April wurde Jakob Aron Rempel in Heuboden, etwa 25 Werst nördlich von Nikopol, geboren. Er war der Älteste in seiner Familie von 13 Kindern. Sein Vater war Aron Aron Rempel, stammend aus Schönhorst, Chortitzer Wolost. Seine Mutter war Justina Peters. Die Eltern waren Bauern. Den Vater jedoch zog's ins Geschäft. Er baute eine Mühle, erlebte einen Bankrott und mußte später seine zahlreiche Familie als Handwerker schwer durchbringen. machte er sein Lehrerexamen und kam mit dem Lehrerzeugnis nach der Mutterkolonie zurück. In Neuhorst, Chortitzer Wolost, hielt er ein Jahr mit Begeisterung Schule. J. Thiessen, Mühlenbesitzer in Jekaterinoslaw, Willens, einen jungen mennonitischen Lehrer nach Basel zu schicken, um dort die Predigerschule zu besuchen. Universitaet von Basel (1906-12) Philosophie und Theologie. Waerend des Studiums unterrichtete er in der Predigerschule in Basel, die er zuvor besucht hatte, Kirchengeschichte und griechische Sprache. 1912-15 Lehrer der Zentralschule in Chortitza, spaeter Prediger in Gruenfeld. Unterrichtete an der Universitaet Jekaterinoslaw. Bekam den Titel Professor an der Universitaet Moskau, wurde aber gleich wegen religiose Taetigkeit aberkannt. Im Jahre 1925, als in der Schweiz das 400jährige Jubiläum des Mennonitentums gefeiert wurde, war der Bruder als Vertreter der Mennoniten Rußlands nach der Schweiz delegiert worden. Als dann vor Weihnachten 1929 Tausende von Mennoniten in Moskau sich sammelten, um ins Ausland zu gehen, da ging auch Jakob, erst allein, dann mit Familie dorthin. Dort wurde er mit vielen anderen verhaftet, saß dann etwa acht Monate im Gefängnis, der berüchtigten "Butyrka", wurde gerichtet und auf zehn Jahre nach Solowezkije Inseln im Weißen Meer verbannt. [Er muß 1930 auf dieser Reise nach den Solowki geflüchtet
sein. A. R.] Vom 5. Mai 1932 schreibt seine Frau [?] dann wieder: "Sophie Sudermann
hat Nachricht von ihrem Mann. Er hat Typhus gehabt, hat 12 Tage ohne Besinnung
gelegen. Er ging schon ohne Stütze, gedenkt schon über den Graben
zu springen. Ich nehme an, daß J. im Jahre 1932 einen Fluchtversuch
[ins Ausland ? A. R.] machte und [dabei] wieder gerichtet und verurteilt
wurde." "...Er wurde für 10 Jahre in die Verbannung geschickt. Bei
einer Weiterverschickung, die zum zukünftigen Verbannungsort, Gefangenenlager
Solowki am Weißen Meer folgen sollte, gelang ihm unterwegs aus dem
Transport am 24. Januar 1932 [die zweite A. R.] die Flucht. Er suchte
die entferntesten Siedlungen, die ihm bekannt waren, in denen Mennoniten
lebten auf und kam über das Kaspische Meer auf schwierigen Umwegen
nach Aschchabad in Turkmenien... ...1932 war er schon wieder im Trakehn
[Kaukasus A. R.] auf dem Erntedankfest, und er war auch einmal in unserem
Hause in Pjatigorsk, Kaukasus... ...Hier [in Ak-Metschet] lebte er unter
dem Namen Sudermann, dem Mädchennamen seiner Ehefrau. Er schrieb
ihr unter diesem Namen auch etliche Briefe direkt nach Hause, aber die
OGPU kam nicht auf seine Spur... Zwei Jahre konnte er hier unauffällig
unter anderen Flüchtlingen aus dem Talas-Tal und vom Trakt leben.
In dieser Zeit versuchte er zweimal über die Grenze nach Persien
zu kommen, mit dem Ziel, den Westen zu erreichen, aber er schaffte es
nicht. Am 13. März 1934 wurde er abermals vom OGPU verhaftet. Dies
war seine letzte Verhaftung, er hat sie auch nicht überlebt... [????
A. R.] Den Winter 1934-1935 hat der Bruder in Ruhe und Frieden in Asien unter Mennoniten verbringen dürfen. Vom 9. Oktober 1936 schreibt seine Frau: "Würde euch mehr über Jasch schreiben, aber ich habe schon so lange nichts gehört. Von Sascha habe ich eine Karte erhalten, er ist auf drei Jahre verurteilt. Ein Auszug aus einem Brief vom 2. Dezember 1937: ...im April und Mai 1936 hatte ich auch tatsächlich meinen Verstand verloren. [Wenn man die Aufzeichnungen von Nikolaj Reimer betrachtet, ist das genau die Zeit wo er gesucht und wahrscheinlich auch verhaftet worden ist. A. R.] Das ist vorübergegangen und ganz verschwunden im April 1937, als ich verurteilt wurde. Die letzte Nachricht über des Bruders Schicksal aus den Briefen, die wir besitzen, stammt vom 27. Januar 1939. ... Ältester ist schon acht Monate geisteskrank letzte Brief des Bruders an seine Familie von 1940. Dieser Brief ist
ein Vermächtnis des Vaters an seine Familie. So dann sollten im Winter
1941, als die deutsche Front in das Innere Rußlands drang, bei Orel
fünf Mann erschossen worden sein. Man nimmt an, daß Älteste
J. A. Rempel unter diesen fünf erschossenen Personen war. Die Leichen
sollen sehr verstümmelt gewesen sein. |
| Bild: "Auf den Spuren der Ahnen" von Robert Friesen, Minden
2000, Seite 145,146. "Mennonitische Märtyrer", Seite 31, 32. "Mennonitische Märtyrer", Seiten 30-46. |
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39. Willms Abram Peter, Pred. B. G., Fürstenwerder,
Molotschna - in Kanada. #426424
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Abram Peter Willms wurde am 11 Mar 1882 im Dorfe Rückenau, Molotschna, Südrußland geboren. Seine Eltern waren Peter Willms und Katharina Fast von Fürstenwerder. Am 15. Juli 1903 heiratete er Anna Reimer. Im Laufe der Jahre schenkte der Herr ihnen zehn Kinder, vier Söhne und sechs Töchter, wovon zwei im Kindesalter starben. Im Jahre 1908 wurden er und seine Gattin getauft und in die Mennoniten Brüdergemeinde zu Alexanderwohl aufgenommen. Am 11. Februar 1913 wurde er zum Predigtdienst eingesegnet. Am Anfang verursachte sein Mangel an Bildung bei ihm ein starkes Minderwertigkeitsgefühl und raubte ihm die Freude und die Kraft zur Arbeit. Am 24 Mai 1925, verließen sie Russland und zogen nach Canada. 1946 kam sein Sohn Peter durch einen Unfall zu Tode. Die Gabe des Dichtens hat er in seinen jüngeren Jahren ~ erkannt und sie ist später zur vollen Blüte herangewachsen. Es war nicht sein Vornehmen seine Werke zu veröffentlichen, obzwar einige der über dreitausend Gedichte, vor seinem Tode in der Mennonitischen Rundschau erschienen. |
| "Ein Blick in des Dichters Leben und Schreiben" in "Mein Lohn" von Abram Quiring, Winnipeg 1982, Seiten 1-6. |
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40. Paetkau Jakob, Ält. K. G., - verbannt.
#435577
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Er war der Sohn des Mühlenbesitzers und Predigers Heinrich Pätkau
aus Karpowka, Memrik. Geboren am 1. April in Nikolaipol im Donezgebiet
in der Borissower Siedlung. 1917 nahm er eine Lehrerstelle im Dorfe Karpowka in der Memriker Siedlung an. Hier arbeitete er bis zum Jahre 1922. Er arbeitete mit Begeisterung unter den Kollegen, führte einen neuen Lehrplan ein, belebte die Lehrerkonferenzen, führte neue Leitfaden ein, neue Unterrichtsmethoden wurden versucht usw. Er wirkte führend auf das Lehrerkollegium ein, er führte z. B. die Hey-Pfeifferschen Anschauungsbilder ein, die sich rasch in allen Schulen einbürgerten, wirkte bahnbrechend auf dem Gebiet der Heimatkunde; stellte den Aufsatzunterricht auf eine neue Stufe; ist mitverantwortlich für die Einführung eines neuen Rechenbuchs usw. Besonders gediegen war auch sein Religionsunterricht in der Schule. Im Frühjahr 1921 wurde er von der Mennonitengemeinde in Memrik zum Prediger berufen, blieb aber noch weiter in seinem Lehrerberuf. Aber schon im Herbst desselben Jahres wählte ihn die Gemeinde zu Kalinowo zum Ältesten. Er war damals noch nur 27 Jahre alt und hatte kaum ein halbes Jahr gepredigt. Die Kalinower Mennonitengemeinde hatte über 25 Jahre lang Peter Janzen als Ältesten gehabt. Nun war er vor einiger Zeit gestorben und Ältester Franz Enns, der damals als Flüchtling vom Terek auf Memrik verweilte, vertrat nun einstweilen seine Stelle. Doch Ältester Enns bewog die Gemeinde dazu, aus ihrer eigenen Mitte einen Ältesten zu wählen, und die Wahl fiel auf den jungen Prediger und Schullehrer Jakob H. Pätkau. Nach etlichem Zögern und Einwendungen nahm er schließlich das Amt an und wurde vom Ältesten Franz Enns im Jahre 1922 als Ältester der Kalinower Mennonitengemeinde ordiniert. Ältester Jakob H. Pätkau gab nun den Lehrerberuf auf und zog nach dem Dorfe Kalinowo, wo die Kirche erbaut war und wo die Gemeinde auch für ihren Seelsorger ein Wohnhaus erbaut hatte. ...J. Pätkau wurde auch Mitglied der KsK und wirkte mit an dem einzigen Organ, das die Mennonitengemeinden damals noch besaßen, an der Zeitung "Unser Blatt". Nach 1929 flüchtete er mit seiner Familie nach dem Kaukasus, nach dem Asyl für viele unserer Prediger in jener Zeit. Seit dieser Zeit lebte er wie ein gehetztes Reh, unstet und flüchtig, bald mit der Familie zusammen, bald im Versteck. Er hat aber auch hier noch für den Herrn gewirkt. Aber als dann die Schreckensjahre 1937-38 kamen, hat man auch ihn dort gefunden und verbannt. Seit dem fehlen die sicheren Nachrichten über sein Ergehen. Im Februar 1947 kam noch eine Nachricht von seinem Tode. |
| "Mennonitische Märtyrer", Seiten 154-156. |
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41. Martens Korn. K., Pred. B. G., Gnadenfeld,
Molotschna - verbannt. # neu
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Kornelius Kornelius Martens wurde am 18. November 1880 in Wernersdorf an der Molotschna geboren. Seine Eltern waren Kornelius Martens und Helene Wolf. Ca 1890 zogen sie nach Spat bei der Stadt Simferopol. ca. 1885 verunglückte Kornelius Martens und Helena Wolf heiratete ca 1893 zum 2. mal und zog nach Margenau. Kornelius Martens der sehr begabt war, besuchte die Dorfschule, und konnte mittels einer Geldunterstützung eines Herrn Heese die Gnadenfelder Zentralschule besuchen. In Halbstadt, wohin er später kam, beendete er die Pädagogischen Kurse. Als den fleißigsten und begabtesten Schülern wurden Benjamin Unruh und Kornelius Martensdie Mittel zum Studium in Deutschland zur Verfügung gestellt. Aber meine Großmutter widersetzte sich diesem Plan, da sie der Meinung war, daß es ihm nicht zum Guten gereichen würde und er hochmütig werden könnte. Daher legte mein Vater sein Lehrerexamen ab und ging als Dorfschullehrer nach Samara, um später im Donbecken in Alexanderpol tätig zu sein. Hier heiratete er am 27. Juli 1903 die Tochter Sara des Julius Friesen. Sie hatten folgende Tochter Tusnelda, jungste Kinder Elfriede und Anneliese. Mehrfach hat er sich hier als Prediger der dortigen Mennonitengemeinde und für deren Belange tatkräftig eingesetzt, ohne auf sich und seine Stellung Rücksicht zu nehmen. Im Jahre 1911 litt er an einem starken Kehlkopfkathar, der später chronisch wurde, so daß er sich gezwungen sah, sein Lehramt einstweilig aufzugeben. Um Heilung zu finden, siedelte er mit der sechsköpfigen Familie nach Petersburg über, wo er in der Buchhandlung "Raduga" tätig war. In der Zwischenzeit beendete er sein Hochschulstudium, um dann 1915 wieder im Süden als Direktor der Gnadenfelder Handelsschule eingesetzt zu werden. 1922 wurde er wegen seiner religiösen Einstellung aus dem Lehrerpersonal ausgeschlossen. Damals wurde die KsK gegründet, an deren Spitze er mit dem Ältesten Abram Klassen, Halbstadt, Aron Dyck, Margenau, Alexander Ediger stand. Sie gab die mennonitische Zeitschrift "Unser Blatt" heraus, deren Kassenführer Kornelius Martens war. Im Frühling 1931 erhielt Vater in Stalino, Donezk am medizinischen Institut die Stelle eines Pädagogen für die lateinische und deutsche Sprache. Nebenbei bekleidete er das Amt eines Buchhalters der medizinischen Gebietsbibliothek. Nach einem fünfmonatigen Krankenlager starb seine Frau an Herzschwäche am 28. Februar 1934. Im August heiratete er eine Anna David Klassen die im selben Institut arbeitete. 1937 verhaftet und fuer 8 Jahre verurteilt |
| Bild: "Mennonitische Märtyrer", Seite 207 |
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42. Klassen Abram, Ält. K. G., Halbstadt,
Molotschna - verbannt. #741199
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Der Letzte Älteste der Mennoniten Gemeinde zu Halbstadt an der Molotschna. Er war ein gebürtiger Gnadenfelder und hatte Zentralschulbildung. Dann war er Absolvent der Barmer Missionsschule in Barmen, Deutschland. Er war eine Zeitlang Lehrer und wurde dann 1910 gagierter Prediger der Gnadenfelder Filialen in der Krim: Ogus-Tobe und Sarona. Hier in der Krim war er auch zeitweilig Mitglied des Schulrates. Seit 1895 war er Prediger. Aus der Krim wurde er nach Halbstadt an die Zentralschule als Lehrer berufen und er war auch Lehrer für Religion und Deutsch an den "Pädagogischen Klassen". Als Ältester Heinrich Unruh, Muntau, von seinem Amt zurücktreten mußte seines vorgeschrittenen Alters und seiner Gebrechlichkeit wegen, wurde er, Lehrer Abr. Ar. Klassen, dessen Nachfolger im Amt. Als er nicht mehr seines Amtes in Halbstadt walten konnte, da die Kommunisten jegliche geistliche Bedienung der Gemeinde unmöglich machten, verlegte er seinen Wohnsitz nach Melitopol. Doch eines Tages wurde auch er im schwerkranken Zustande, verbannt. Weil er zu krank war, um selbst zu gehen, ist er von rohen Sowjetpolizisten auf einen Truck geladen worden und so in die Verbannung gefahren. Auch Frau Klassen war mit. Unterwegs aber ist Ältester Abram Klassen in einem Viehwaggon der Eisenbahn gestorben. Das war im Jahre 1943 nach anderen Angaben 1941 |
| Mennonitische Märtyrer", Seite 205. |
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43. Löwen Jakob Abram, Pred. E. M. B. G.,
Lichtenau, Molotschna - in Kanada gestorben. #671085
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Jak. A. Löwen wurde geboren anno 1872 im Dorfe Muntau an der Molotschna in Süd-Rußland. Mit 5 Jahren verlor er seinen Vater durch den Tod. Nach Beendigung der Dorfschule, besuchte er in Halbstadt die Zentralschule und dann die Pädagogischen Klassen und dann wurde er Lehrer an der Lichtenauer Dorfschule. Am 30. Dezember 1895 trat er in den Ehestand mit Margaretha Bärg. Sie starb am 1. September 1899 nach der Geburt ihres dritten Sohnes. Nach 14 Tagen übergab er das jüngste Kind an das Ehepaar Peter Mandtler, Tiege. Den 17. Januar 1900 heiratete er Anna Boldt. In Lichtenauer war er 14 Jahre Lehrer. am 10. April 1904 wurde er von der Lichtenauer Gemeinde zum Prediger gewählt. Nachher trat er aus und schloß sich der Molotschnaer Evangelischen Menn. Brüdergemeinde an, die im Mai 1905 an der Molotschna gegründet worden war. 1906 verließ Löwen die Schule und wurde nun Reiseprediger und blieb in dieser Arbeit bis zum Jahre 1914. Im Jahre 1907 verlegte er seinen Wohnsitz nach Fürstenau, wo eine Filiale der Lichtfelder Ev. Menn. Gemeinde eröffnet wurde, die bekannt ist unter dem Namen "Allianzgemeinde". Er wohnte dann noch bis 1924 in Lindenau, dann zogen wir noch einmal um nach Tiegenhagen. Den 3. Oktober 1925 zog er mit Frau und einem einem Sohn nach Kanada. 2 Kinder sind schon frueher gestorben. 1926 stürzte Löwen Jakob sehr ungluecklich vom Stallboden und konnte seit dem keine Arbeit mehr vorrichten, auch das prediegen wurde immer schwerer - anfänglich noch stehend, dann sitzend. Seit dem Jahre 1937 blieb er schon ganz im Bett bis zu seinem Tode am 3. Mai 1938. |
| Bild: Mennonitische Märtyrer, Seite 460. Mennonitische Märtyrer, Band II., Seiten 460-463. |
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44. Kliewer Johann, Pred. B. G., Blumenrot, Sagradowka
- in Kanada.
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45. Krahn, Isaak Gerhard, Ält. K. G., Dolinowka,
Orenburg - verbannt. #226932
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Isaak Gerhard Krahn wurde in der alten Kolonie im Dorfe Schönhorst im Jahre 1882, den 21. Oktober geboren. Hier besuchte er auch die Dorfschule und dann später die Chortitzer Zentralschule. Als er im Jahre 1902 sein Lehrerexamen bestanden hatte, kam er gleich als junger Lehrer nach der Orenburger Siedlung. Er hat hier 20 Jahre als Lehrer gedient. Im Jahre 1909 wählte die Dejewer Mennonitengemeinde ihn zu ihrem Prediger und er wurde im Jahre 1910 als solcher ordiniert. Im Jahre 1925 wurde Is. Krahn zum Ältesten der genannten Gemeinde gewählt und ordiniert. Seine Frau wurde durch einen plötzlichen Tod von ihm genommen und hinterließ 9 Kinder. Er heiratete zum 2. Mal. Aber ihr Eheglück war nicht von langer Dauer. Denn schon im Jahre 1930 wurde Ältester Is. G. Krahn auf 10 Jahre in die Verbannung geschickt. Auch seine Frau erlitt dasselbe Schicksal, aber erst etliche Zeit nach diesem. Auch sein Sohn Peter Krahn wurde mit Frau zusammen ausgewiesen aus ihrem Heimatorte und haben als Verbannte obdach- und heimatlos umherziehen müssen von Ort zu Ort, bis sie schließlich im Dorfe Dolinowka elendiglich verhungert sind. |
| Mennonitische Märtyrer, Band I., Seite 389. |
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46. Bueckert, Johann, Pred. K. G., Arkadak Nr.
2 - in Kanada.
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47. Neufeld Peter, Ält. K. G., Alt-Chortitza
- in Russland gestorben. #494701
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| Peter Peter Neufeld war Nachfolger von Isaak Dyck. Er war eine wundervolle, emponierende Entdeckung. Im Jahre 1914 wurde er zum Prediger gewählt und ordiniert. Er war ein beliebter Kanzelredner, und wenn er dann noch, während das Schlußlied gesungen wurde, seinen wunderbaren Bass hören ließ, war die Andacht gerade zu erhebend. Am 18. April 1922 wurde er ins Ältestenamt eingeführt. Das war kein leichter Schritt, zumal in jener Zeit. Nur 5 Jahre währte seine segensreiche Tätigkeit als Ältester der großen Chortitzer Mennoniten Gemeinde. Eine tückische Krankheit raffte den kaum 50jährigen geliebten Ältesten hinweg. Das war am 21. Januar 1927, und am 25 Januar fand unter großer Beteiligung die Begräbnisfeier statt. Viel Liebe wurde dem Verstorbenen hier bewiesen und Anerkennung gezollt. |
| Aus dem Manuskript von Isaak Reimer, Seite 160a. |
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48. Siemens Johann, Missionar, Spat, Krim - unbekannt.
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49. Letkemann Jak. Jak., Ält. K. G., Karasan,
Krim - verbannt.
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... Die karasaner Mennonitengemeinde war die einzige dieser Richtung
auf der Halbinsel Krim. ...1921 wurde Peter [Jakob ?] Letkemann als Ältester
der Gemeinde gewählt, der der Gemeinde bis zu ihrer Auflösung
durch die Bolschewistische Regierung gedient hat... In "die Krym" AR nicht da. |
| Mennonitische Märtyrer, Band I., Seite 94 |
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50. Huebert Jakob Fr., Ält. B. G., Margenau,
Sibirien. #474764
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Jakob Franz Hübert wurde den Eltern Franz Hübert und Elisabeth Janzen als ältester Sohn im Dorfe Margenau, Gnadenfelder Wolost, Molotschna am 14. Juni 1873 geboren. In demselben Dorfe hat er auch die Schule besucht. Im Jahre 1899 verehelichte er sich mit Katharina Kröker. Nach einer Ehe von 10 Monaten starben Frau und Kind bei der Entbindung. Am 26. September 1900 verehelichte er sich zum andern mal mit Helene Kasdorf. Sie wohnten bei den Eltern der Frau bis zum April 1903 und zogen dann mit einer Gruppe nach Sibirien in die Omsker Gegend. Im Jahre 1907 wurde in Margenau, Omsk von den Gliedern der M.B. Gemeinde das Versammlungshaus gebaut. In demselben Jahre wurde Jakob Hübert als Prediger gewählt und am 19. Juni von den Ältesten Jakob Gerhard Wiens, Hermann Neufeld und Jakob Janz ordiniert. Bis zum Jahre 1913 hatte er die Leitung er den Kreis von Issilj-Kulj bis Moskalenki. Weil Ältester Jakob G. Wiens nach der Pawlodarer Ansiedlung ziehen wollte, so im es im Omsker Kreis in der M.B. Gemeinde zu einer Ältestenwahl, bei der Br. Jakob Hübert die meisten Stimmen hatte. Daraufhin wurde er im Jahre 1913 vom Ältesten Jakob G. Wiens in das Ältestenamt eingeführt. 1929 wanderte er aus und kam 1930 nach Brasilien wo er auch als Aeltester diente. |
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Bild: "Mennoniten in der Umgebung von Omsk", Seite 92 Mennoniten in der Umgebung von Omsk" von Peter Rahn, Winnipeg 1975, Seiten 89-92. |
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51. Wiens Jakob Gerh., Ält. B. G., Tschunajewka,
Sibirien - verbannt. #132499
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Jakob Gerhard Wiens wurde im Jahre 1857 den 15. Februar geboren, im Dorfe Rosenort an der Molotschna, in Süd-Rußland. Seine Eltern waren Gerhard Friedrich Wiens und Susanna, geb. Friesen. Er war aus einer Familie von 12 Kindern, der drittälteste von den Söhnen. Spaeter wohnten seine Eltern schon auf dem Chutor (Landgut) Woronzowka, auch Steintal genannt, 65 Werst von der Molotschna Kolonie entfernt. Seine Frau war eine gewisse Anna Balzer aus dem Städchen Orechowo, Gouv. Taurien. Da sein Schwiegervater, Franz Balzer, eine Dampfmühle baute, betätigte er sich in dem Mühlengeschäft. Später zog er nach der Memriker Ansiedlung und wurde in dem Dorfe
Ebenthal wohnhaft. Anna Balzer, wurde von ihrem eigenen Hunde gebissen, derdie Tollwutkrankheit hatte und ist am 14. Oktober 1917 gestorben. Mehrere Jahre später verheiratete er sich mit Witwe Heinrich Warkentin, geb. Agatha Balzer, Schwester seiner ersten Frau... ...Von Ebenthal zog er dann nach einer neuen Ansiedlung, in die Nähe von Alexanderpol, die Gnadenthal genannt wurde. Dort wurde er bald der Leiter der Alexanderpoler Mennoniten Brüdergemeinde. Im Jahre 190 zog er mit seiner Familie nach Sibirien und siedelte in Tschunajewka an, nicht weit von der Stadt Omsk. Bald darauf gab es die zwei großen Ansiedlungen in Sibirien: Pawlodar und Barnaul. Dann siedelte er über nach der Pawlodarer Siedlung. Hier wurde er dann der Älteste der Brüdergemeinden in diesen Ansiedlungen, bis an mehreren Orten selbständige Gemeinden entstanden, in denen er dann andere Brüder als Älteste bestätigte, natürlich auf Wunsch der betreffenden Gemeinden. Neben seiner Arbeit als Ältester hat er sich auch oft an Predigerkursen lehrhaft beteiligt; zudem war er auch noch immer als Reiseprediger tätig. Er stand schon vorher, von den Roten erschossen zu werden und wurde zwischen zwei Rotarmisten mit aufgepflanzten Gewehren vor Gericht geführt. Er schrieb uns später, wie er fast enttäuscht gewesen sei, als man ihn freigesprochen hatte, Dann kam die Stunde, wo er im Alter von 73 Jahren arretiert wurde. Er wurde in den Norden, nach Nowosibirsk verbannt auf drei Jahre. Er starb am 15 Feb 1931 in Irkutsk. |
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Bild: "Mennoniten in der Umgebung von Omsk" von Peter Rahn, Seite 86. Aus "Mennonitische Märtyrer", Seiten 99-103. |
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52. Bergen Peter P., Ält. K. G., Jekaterinowka,
Sibirien - unbekannt. #223121
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Ältester Peter Bergen wurde 13 Dec 1872 in der Schoenhorst, Chortitzer Kolonie geboren. Hier hat er seine Kinder- und Jugendjahre verlebt und auch seine Ausbildung bekommen. Hier wurde er auf das Bekenntnis seines Glaubens getauft, in die Mennonitengemeinde daselbst aufgenommen und hier heiratete er auch. Mit seiner damals schon großen Familie, kam er 1906 nach Sibirien bei Omsk und siedelte im Dorfe Ekaterinowka an. Ältester Peter Bergen hatte eine große Familie. Es waren 10 Söhne und 2 Töchter. Bei der Ältestenwahl, die 1911 durchgeführt wurde, erhielt Bruder P. Bergen die meisten Stimmen und wurde dann 1912 vom Ältesten David Nickel, Großweide, Molotschna in der Schule zu Alexandrowka zum Ältesten dieser Gemeinde eingesegnet. Seine Tätigkeit umfaßte alle Glieder dieser Gemeinde von der Stadt Petropawlowsk im Westen bis zur Station Tatarskaja im Osten. Ältester Bergen als Hirte der Gemeinde Alexandrowka vom Jahre 1912 bis zum Jahre 1931 gedient. Als man in den Jahren nach 1930 anfing Prediger und auch andere Personen zu verschicken, wurde auch Ältester Peter Bergen mit 6 von seinen Söhnen genommen. Er wurde aber von seinen Söhnen getrennt und in die Gegend Narim am Flusse Jenisej geschickt. Am 7 Aug 1937 ist er in Omsk gestorben. |
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Bild: "Mennoniten in der Umgebung von Omsk" von Peter Rahn Seite 76. Mennoniten in der Umgebung von Omsk" von Peter Krahn, Seiten74-77. |
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53. Braun Daniel, Pred. B. G., Alt-Kolonie -
in Kanada.
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54. Toews Johann, Pred. K. G., Alt-Samara - unbekannt.
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55. Teichroeb Abram, Pred. B. G., Nr. 3 Kanzerow[ka]
?, [Orenburg ?] - unbekannt.
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56. Wiebe Johann Rhil., Pred. K. G., Menlertschik,
Krim - verbannt. #484787
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Johann J. Wiebe wurde am 15. Mai 1884 in Schattenruh, Krym geboren, da auch die Dorfschule besuchte. Nach dem ging er nach Ohrloff Molotschna, wo er drei Jahre die Zentralschule besuchte. Die Krim hatte damals noch keine mennonitische Zentralschule. Hier in Ohrloff war zu der Zeit sein Onkel Korn. B. Unruh Lehrer an der Zentralschule. Nach Absolvierung dieser Schule besuchte er noch den Lehrerkursus in Neu-Halbstadt und machte sein Lehrerexamen in der Stadt Melitopol. Er wurde dann zuerst Lehrer in dem Dorfe Busau (?) und dann später im Dorfe Menlertschik (beides tatarische Namen), ebenfalls in der Krim. Hier verheiratete er sich mit Justina Dück aus dem nämlichen Dorfe. Nach dreijähriger Dienstzeit kehrte er zurück in die Heimat und wurde dann gleich darauf von der Heimatgemeinde zum Prediger berufen und auch bald darauf ordiniert. Sein wirken als Prediger des Evangeliums, dann als Mitglied der KsK, weiter als Vertreter der Jungmannschaft bei der Mobilmachung vor dem Gericht, seine öfteren Fahrten nach der Hauptstadt Simferopol. Es war im Jahre 1928, als man ihn arretierte. Man ließ ihn dann
noch einmal frei, aber er mußte sich regelmäßig bei der
Polizei stellen. Als im Herbst 1929 die Massenflucht der deutschen Kolonisten
nach Moskau einsetzte, um ins Ausland zu gelangen, da wurde er mit vielen
anderen verhaftet, da man ihn als Urheber dieser Bewegung stempelte, was
natürlich nicht auf Wahrheit beruhte. |
| Aus "Mennonitische Märtyrer", Seiten 94-96. |
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57. Janzen Hein. Jak., ? B. G., Dolinskaja, Neu-Samara
- unbekannt. #?
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| Heinrich Janzen wurde 1878 geboren und 1937 erschossen. War Ältester in Donskoje, Neu-Samara |
| (Angaben von Daniel Janzen, ehemaliger Ältester der B. G. in Donskoje; heute wohnhaft Dresdener Str 6, 48231 Warendorf, 2002). |
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58. Toews Aron Pet, Pred. K. G., Chortitza, Alt-Kolonie
- verbannt. #224988
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Aron Peter Töws wurde am 28. Janaur 1887 in Fürstenau, Halbstädter Wolost, an der Molotschna, Taurien, geboren. Sein Vater Peter Aron Töws war Prediger der Schönseer Mennonitengemeinde. Nach Beendigung der Dorfschule absolvierte er die Zentralschule und dann die zweijährigen Pädagogischen Klassen in Neu-Halbstadt. Daraufhin wurde er Lehrer im Nikopoler Kries, Jek. Gouvernement, bis der erste große Weltkrieg ausbrach im Herbst 1914. Er heiratete Maria Sudermann, Tochter von David Sudermann. Der Herr schenkte ihnen drei Töchter und einen Sohn. Während der Hungersnot in Rußland hatte er eine Anstellung in der AMRA (American Mennonite Relief Assitiation), die ihr Quartier in der Stadt Alexandrowsk hatte. Als 1923 in unserer großen Not die Hilfe von Holland und Amerika
kam, wurde unser Vater Mitarbeiter der AMRA. Er wurde ein guter Freund
der Brüder, die von Übersee gekommen waren: Mr. Yoder, Schlegel
und Krehbiel. Er bereiste die Kolonien und inspizierte unter anderem auch
die überall eingerichteten Hungerküchen. Nachdem die AMRA aufgelöst
worden war, wurde er Buchhalter in einem Büro. 1932 schenkten ihm gute Freunde einen Schweinestall; dieser wurde abgebrochen und Vater fing an, für uns ein "neues" Haus zu bauen. In dieser Zeit hatte er es ganz besonders schwer: schwere Arbeit, schlechtes Essen und dazu die vielen Amtshandlungen. Er war fast der einzige von den vielen Predigern geblieben...So mußte Vater seine Amtswege in die umliegende Dörfer zu Fuß machen, oft bis zu 18 Kilometer weit. Dann kam der 28. November 1934. Zwei Männer holten ihn ab. Nach einer stundenlanger Haussuchung wurde er weggeschleppt. Er wurde ins Gefängnis nach Saporoschje gebracht, wo die schrecklichen Verhöre begannen. Man konnte ihm nichts nachweisen. Doch quälte man ihn durch Verhöre, Verbrechen einzugestehen, die er nicht begangen hat. Hier habe ich Vater zum letzten Mal gesehen. Er wurde von zwei Männern ins Wohnzimmer gebracht. Als ich ihn sah, blieb mein Herz fast stehen. Wie sah er aus! Das Haar schneeweiß. Dann, als die Männer uns alleine ließen, nahm er meinen Kopf in seine Hände und weinte! Das war so erschütternd anzusehen: seine Hände, seine lieben Hände, waren noch etwas geschwollen, die Fingernägel fehlten. (Um Geständnisse zu erpressen, werden verschiedene recht teuflische Methoden angewandt). Am 10. August 1935 wurde er weggeschickt nach 2 Monaten kam eine Nachricht er ist in Nowosibirsk im Krankenhause. 1938 zu weiteren 10 Jahren verurteilt 1941 drang noch einmal sein Name an unser Ohr. Ein gewisser Neustädter aus Chortitza schrieb auf einen Zettel, den er aus einem Fenster eines Transportwagens geworfen hatte: "Prediger A. Töws aus Ch. ist mit uns. Wir werden alle weitergeschickt. Niemand weiß wohin." |
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Bild: Aus "Mennonitische Märtyrer", Seite 79. "Mennonitische Märtyrer", Band I., Seiten 79-85. |
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59. Neufeld, Johann, ? ?, Naumenkowo, Kr. Usinsk
- unbekannt.
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60. Koop, David Dav., Pred. K. G., Ohrloff, Molotschna
- verbannt.
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61. Unbekannt.
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61. Franz Quiring, Lehrer, Prediger, am Trakt,
Wolga Gebiet. Sohn von #342363
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Franz Quiring wurde in Köppental den 18.08.1892 geboren. Sein Vater Johann Quiring, geboren 1851, wanderte mit seinen Eltern 1855 nach Russland aus und siedelte am Trakt (Wolga Gebiet) an. Dort war er von 1884 bis 1912 Ältester der Gemeinde in Köppental. Diesen Dienst versah er bis zu seinem Tode. 1913-1915 studierte er Theologie an der Universität in Dorpat (heute Tartu, Estland). 1921 heiratete er Anna Fröse aus Lysanderhöh. Vater wurde vieles anvertraut: in der Woche war er Lehrer, in der Gemeinde - Prediger, an den Abenden hielt er in verschiedenen Dörfern Vorträge für die Jugend. Diese intensive Arbeit versah Franz Quiring bis zum Frühjahr 1927, bis er verhaftet wurde. Er soll auch 1925 in Moskau auf der Konferenz gewesen sein (auf dem Bilde
kann man ihn nicht erkennen). Hier konnte er wieder predigen. In Ak-Metschetj wurde uns noch ein Bruder Helmut geboren (1933). Im Frühjahr 1935 wurde das ganze Mennonitendorf nach Tadschikistan ausgesiedelt, ganz an die afghanische Grenze. hier arbeitete er etwas später als Buchhalter, bis Februar 1938. Dann wurde er wieder Verhaftet fuer immer |
| Geschrieben vom Sohn des Franz Quiring - Traugott Quiring, Felix-Fechenbach-Str.
57, 32756 Detmold, im Januar 2002. Die Bilder stammen aus der Sammlung von
Traugott Quiring.
Bilder 1: Als Student besuchte Franz Quiring seinen Bruder Friedrich in de Forstei. Vorne steht Friedrich, hinten - Franz. Bild 2: Franz Quiring mit Frau und Kind. Hinten - die Schwester von Franz Quiring. Bild 3: Franz Quiring mit Familie. Weihnachten 1931 in der Verbannung. |
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62. Martens, Johann, Ält. K. G., Einlage,
Alt-Kolonie - verbannt. #371259
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Johann Kornelius Martens wurde am 7. Juni 1875 im Dorfe Einlage, Chortitzer
Wolost, Jekaterinoslawscher Gouvernement, Rußland, geboren. Nach
Beendigung der Dorfschule in Einlage besuchte er die Zentralschule in
Einlage und auch die Pädagogischen Kurse daselbst. Daraufhin erwarb
er auch das Lehrerzeugnis für die Elementarschule und ist dann 13
Jahre Lehrer gewesen. Im Jahre 1924 wurde Johann K. Martens als Ältester der Kronsweider Mennonitengemeinde gewählt. Noch im Jahre 1929 trieb man das Ehepaar Joh. Martens mit zwei Kindern von Haus und Hof. 1930 kam dann für das Ehepaar Joh. Martens, mit zwei ihrer Kinder und vielen, vielen anderen aus den Mennonitendörfern der Chortitzer Wolost die Verbannung nach dem Ural. Nach schwehrer Erkrankung wurde er wurde dann als Rechnungsführer im Gefängnisbüro angestellt. 1936 kam das Ehepaar Joh. Martens zurück, hatten aber kein Zuhause mehr. 1938 war für die Familie Martens ein furchtbar verhängnisvolles Jahr. An einem Tage wurden Jo. Korn. Martens, seine zwei Söhne und ein Schwiegersohn von der NKWD abgeholt. Der eine Sohn war verheiratet und der andere Sohn war in der Roten Armee zu der Zeit, als die Eltern nach dem Ural verbannt wurden. Alle vier waren vorläufig in Saporoschje im Gefängnis. Doch
eines Tages kam die Antwort, daß alle vier verschickt seien nach
dem fernen Norden. |
| "Einlage-Kitschkas, Alt-Kolonie, Rußland" von Isaak Reimer, Blätter 168, 169. |
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63. Pauls, Julius, Jul., Pred. K. G., Miloradowka,
Kriwoj Rog - unbekannt.
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64. Petkau, David, Pred. B. G., Kamenka, Orenburg
- verbannt. #209630
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Er war der Sohn von David Pätkau, stammend aus Einlage, Alt-Kolonie. Später wohnten die Eltern am Kuban, wo David im Jahre 1882 im Juli im Dorfe Alexanderdar geboren wurde. Hier hat er auch die zweiklassige Schule absolviert. Später zog er mit Familie nach Orenburg und wurde hier zum Prediger der Mennoniten Brüdergemeinde in Kamenka gewählt. Nach dem Tode des Ältesten Kornelius Fehr wählte die Gemeinde ihn als Leiter und er hat dann derselben lange Jahre - bis zu seiner Verhaftung in aller Treue gedient. Im Jahre 1926 wurde er von seiner Familie genommen und ins Gefängnis in der Stadt Orenburg gesteckt. Er wurde bei dem Ausfragen verschiedener Tatsachen, von Zeit zur Zeit sehr geschlagen, so daß das Fleisch von seinen Beinen von den Hüften bis zu den Knien herunterhing." ist er dann auf fünf Jahre nach dem hohen Norden verbannt worden.Er kam schließlich nach Kornilowka, nahe gelegen am rechten Ufer der nördlichen Duena (Dwina). Es war gerade an dem Orte, wo Br. J. J. Töws von Ignatjewka war als Verbannter. nach 5 Jahre kehrte er zur seiner Familie wurde aber nach 9 Monate wieder verhaftet. . Er kam in die Nähe von Petrograd (jetzt Leningrad) in eine Fabrik. Hier mußte er seine Strafarbeit in einer Kleiderfabrik tun. Haben dann auch weiter keine Nachricht von ihm bekommen können. ...Prediger Pätkau kam 1931 in der Verbannung ums Leben. |
| Mennonitische Märtyrer, Band I., Seiten 141-143. "Orenburg" von Karl Fast, Seite 38 |
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65. Enns, Korn., ? K. G., Altonau, Molotschna
- unbekannt.
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66. Schellenberg, Peter, Pred. K. G., Kalinowo,
Memrik - unbekannt.
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67. DeFehr, Corn. A., B. G., Millerowo, Kuban
- in Kanada.
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68. Reimer, Jakob Korn., B. G. ?, Welikoknjaschesk,
Kuban - unbekannt.
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69. Wiens, Korn., Ält. B. G., Kuban - verbannt.
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70. Goerzen, Jakob, K. G., Kuban - unbekannt.
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71. Martens, Korn., Pred. B. G., Kuban - unbekannt.
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72.Unrau, Hein., K. G., Großweide, Molotschna
- unbekannt.
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73. Friesen, Hein. Abram., Pred. K. G., Schönau,
Molotschna - verbannt.
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74. Friesen Nikolaj, Pred. K. G., Uschalka, Neu-Samara
- unbekannt.
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75. Braun - weitere Daten unbekannt.
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76. Kopper, Gerh., Ält. K. G., Köppental,
Turkestan - unbekannt. Sein Sohn 671462?
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...Vom Trakt kamen mit den Ansiedlern sechs Lehrer nach Mitelassien,
unter ihnen auch Gerhard Kopper nach Köppental. Am 19.01.1938 wurde der 78jähriger Gerhard Kopper mit seinem Sohn in Slawgorod verhaftet. Eine Urkunde bestätigte, daß Großvater Gerhard Kopper drei Tage nach den gezwungenen Strapazen im Winter 1938 an Lungenentzündung gestorben war. Die zweite Urkunde bestätigte, daß sein Vater Franz Kopper als Spion beschuldigt und am 19. April 1938 im Gefängnis erschossen wurde. Die Urkunde bestätigt weiter, daß die Beschuldigung Franz Kopper als Spion unbegründet war, und, daß er 1956 rehabilitiert wurde... |
| Bild: Lehrer Gerhard Kopper (1860-1938) aus Köppental. Bild aus "Auf
den Spuren der Ahnen", Seite 196. Bild: Gerhard Kopper mit seinen Söhnen - Stehend: Peter, Arnold, Franz und Gerhard. Neben ihm sitzt sein Schwiegersohn Jakob Neumann und die Enkel. (Foto ca. 1927). Bild aus "Auf den Spuren der Ahnen", Seite 198. |
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77. Martens, Hein. Jak., K. G., Grünfeld,
Alt-Kolonie - unbekannt.
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Quelle:
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1. Mennonitische Märtyrer. A. A. Töws. |
| 2. In den Steppen Sibiriens. Gerhard Fast. Rosthern, Sask. | |
| 3. Orenburg. Karl Fast. | |
| 4. Grandma CD 4,23 | |
| 5. Auf den Spuren der Ahnen. Robert Friesen. | |
| 6. Mennoniten in der Umgebung von Omsk. Peter Rahn | |
| 7. Die mennonitische Siedlungen der Krim" von H. Görz, | |
Quelle: Compilation of Mennonite Villages in Russia. Tim Janzen