Bedeutung und Herkunft unserer mennonitischen Namen

Zu den Quellen

                    Die ersten Menschen, von denen man weiss, dass sie einen
                   Nachnamen trugen, waren die Chinesen. Die Legende besagt, dass
                   der Eroberer Fushi den Gebrauch von Nachnamen oder
                   Familiennamen im Jahre 2852 v.Chr. anordnete. Es ist üblich,
                   dass der Chinese drei Namen hat, wobei der Nachname an erster
                   Stelle steht. Er wird von einem der 438 Worte aus dem heiligen
                   chinesischen Gedicht Po-Chia-Hsing entnommen.
                   Die Römer hatten anfangs nur einen Namen. Das wurde später
                   geändert, und auch sie trugen drei Namen. Der persönliche Name
                   stand an erster Stelle. Als das Römische Reich zu zerfallen
                   begann, wurden Familiennamen zu verwirrend, und der Gebrauch
                   eines einzelnen Namens wurde wieder üblich..
                      Während des frühen Mittelalters wurden die Menschen mit nur
                   einem Namen angesprochen. Aber langsam setzte sich der Brauch
                   durch, einen weiteren Namen hinzuzufügen, um die Personen zu
                   unterscheiden.
                       Im 12. Jahrhundert war der Gebrauch eines zweiten Namens
                   so weit verbreitet, dass es in einigen Gegenden als primitiv
                   galt, keinen zweiten Namen zu besitzen. Aber obwohl dieser
                   Brauch der Ursprung unserer heute üblichen Nachnamen ist,
                   bezog sich der zweite Name, wie er im frühen Mittelalter zu
                   verstehen war, nicht auf die Familie und war auch nicht
                   erblich.
                    Die heutige Praxis des vererblichen Nachnamens stammt aus dem
                   10. oder 11. Jahrhundert und war in der venezianischen
                   Aristokratie üblich. Kreuzfahrer, die aus dem Heiligen Land
                   zurückkehrten, nahmen diesen Brauch auf und verbreiteten ihn
                   in ganz Europa.
                        Erst Frankreich und Grossbritannien, dann Deutschland und
                   Spanien übernahmen diese Praxis, als die Notwendigkeit, die
                   Person näher zu bestimmen, immer wichtiger wurde. Im Jahre
                   1370 wurde das Wort "Nachname" erstmalig in Dokumenten
                   festgehalten.

                        Die Regierungen nahmen mehr und mehr Daten der Bürger zu
                   den Akten. Die Besteuerung und vor allen Dingen der
                   Militärdienst machten es erforderlich, die Menschen genauer zu
                   kennzeichnen. Auf dem Lande musste die herrschaftliche
                   Verwaltung zur Regelung der Vererbung des Landbesitzes nicht
                   nur über Personen,
                   sondern über ganze Familien Buch fuhren. Man kann sicher sein,
                   dass spätestens im Jahre 1450 jede Person, gleich welchen
                   sozialen Rang sie hatte, einen vererblichen Nachnamen besass.
                   Der Nachname identifizierte die Familie, schuf eine Verbindung
                   zur Vergangenheit und zur Zukunft. Es überrascht nicht, dass
                   die Erhaltung des Familiennamens eine Sache des
                   Familienstolzes wurde und man es sehr bedauerte, wenn kein
                   männlicher Erbe diesen Namen weitertragen konnte.
                        Zu Beginn des 15. und 16. Jahrhunderts wurde der
                   Familienname auch in Polen und Russland populär. Die
                   skandinavischen Länder begannen erst Anfang des 19.
                   Jahrhunderts, Familiennamen zu gebrauchen. Sie waren an den
                   Brauch, den väterlichen Namen als zweiten
                   Namen zu benutzen, gebunden. In der Türkei wurde erst auf
                   Druck der Regierung 1933 der
                   Familienname eingeführt.
                        In fast allen Fällen wurde der Familienname zuerst bei
                   den Adligen und reichen Landbesitzern üblich, dann erst setzte
                   er sich bei Kaufleuten und gewöhnlichen Bürgern durch. Die
                   ersten beständigen Namen waren die von Adligen und
                   Landbesitzern, die die Namen von ihren Herrschaftsgütern und
                   Landbesitzen übernahmen. Diese Namen wurden mit dem
                   vererblichen Land weitergegeben. Die Bürger
                   übernahmen diesen Brauch.


                   Schreibweise

                   Von fast allen Namen gibt es heute unterschiedliche
                   Schreibweisen. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass
                   früher die meisten Menschen nur schlecht oder gar nicht
                   schreiben konnten und daher die Namen zunächst oft nur
                   mündlich weitergegeben wurden. Z.B. bei meinem Nachname Vogt
                   sind es  Voth,  Focht, Vogts, Foth, Voight, Voigt, Voit und
                   Voigts u.a..
                        Es ist möglich, dass ein Angehöriger Ihrer Familie den
                   Namen in der Vergangenheit  geändert hat. Auch hierfür sind
                   verschiedene Ursachen denkbar, so z.B. Änderungen in der
                   Sprache selbst, sowie Sorglosigkeit und Unwissenheit des
                   Schreibers  und bei  Mennoniten kommen noch die Auswanderungen
                   aus einem Land zu anderem dazu.


                   Linguistische Herkunft

                    Fast alle Familiennamen können in fünf Gruppen eingeteilt
                   werden, je nach ihrer Art und Entstehung.
                    Die Namen der ersten Gruppe beschreiben das Aussehen und den
                   Charakter einer Person. In der zweiten Gruppe sind Namen, die
                   aus Natur und Umgebung entnommen sind. Die Namen der dritten
                   Gruppe identifizieren eine Person durch Verbindung mit dem
                   Vornamen des Vaters oder eines Vorfahren. Die Namen der
                   fünften Gruppe bezeichnen den Beruf oder die Beschäftigung.

                    I. Familiennamen, die Aussehen oder Charaktereigenschaften bezeichnen:
                    a) Das Aussehen kann folgenden Namen zugrunde liegen:
                   Bartsch, einer der einen Bart trug. Braun, ein dunkelhäutiger,
                   braunhaariger Mann. Hooge, ein hochgewachsener Mensch (der
                   Hohe). Krause, jemand mit krausem Haar. Loepp, (Lippe), einer
                   mit prominenten, starken Lippen. Redekopp, einer mit rotem
                   Haar.
                    b) Charaktereigenschaften werden durch folgende Namen
                   bezeichnet: Boese, jemand, der sich leicht aufregt, schnell
                   böse wird. Funck, hitzig, bei dem bald Funken sprühen. Unruh,
                   jemand, der unruhig ist. Wohlgemut, ein optimistischer Mensch,
                   dem oft wohl zu Mute ist.

                   II. Familiennamen aus der Natur und Umgebung:
                    a) Geographische Bezeichungen: Berg, jemand, der auf einem
                   Berg wohnt. Dahl, (Tal), einer der aus dem Tal stammt. Dyck,
                   (Deich), der am oder auf dem Deich wohnt. Wall, (Damm),
                   einer, der am oder auf dem Wall wohnt.
                    b) Ländernamen: Friesen, stammt aus Friesland. Flaming,
                   Flame, stammt aus Flandern. Goossen, nach dem Lande Goossen
                   in Ägypten. Unger, (Ungar), stammt aus Ungaren.
                    c) Tier- und Vogelnamen: Loe-we(n), Baer, Wolf(e) —
                   Raubtiere. Falk, Adler, Nachtigal, Raabe — Vögel. Quapp(e),
                   Hecht — Fische.
                    d) Gegenstände: Krahn (Kraan) —  Hebevorrichtung   für
                   Lasten auf Schiff - Welk (Walker) - Walkerkeule zum Gerben von
                   Leder. Stobbe — Baumstumpfen.

                    III. Patronymische (vom Vornamen des Vaters abgeleitete)
                   Namen:
                    Abrahams, Adrian (Hadrian), Arend(t), Bartel (Bartolomäus),
                   Baltzer (Balthasar), Brandt, Conrad, Cornelius, Cornies,
                   Dirk(s), Eckert (Ecke), Elias, Enno (Enne, Enns), Esau,
                   Ewert, Giesbrecht (Isebrecht), Goertz (Geritz, Goeritz,
                   Geritzen, Goertzen), Guenther, Harms (Harm, Hermann), Hein
                   (Heinrichs), Hildebrandt, Huebert (Hiebert, St. Hubertus),
                   Isaac, Jantz (Jan, Jansen, Janzen, Jantzen), Joost (Just),
                   Kasper, Klassen (Klasen, Nicklas), Koehn (köllnisch kurz für
                   Konrad), Martens (Martins, Martin), Matthies (Matthäus),
                   Nickel (Nickolaus), Pankratz (Pankratius), Pauls (Paulsen),
                   Peters (Petersen), Quiring (Quirinius), Regehr (Reyer,
                   Rogier, Regier), Richert (Richard), Riediger (Rüdiger,
                   Driediger), Siebert (Siewer), Siemens (Siemon), Thiessen
                   (Matthiessen, Teusz, Tiessen), Tjart, Toews (Matthoews),
                   Walde (kurz für Waldemar), Wiebe, Willems (Willms, Willem,
                   Wilhelm), Zacharias.

                    IV. Namen von Wohnort oder ehemaligem Wohnort:
                   van Bergen, van dem Block, Born (im Jülischen), Brucks (Brügge
                   in Flandern), DeVeer (Veere auf Insel Walcheren, Südholland),
                   Ediger (an der Mosel, südwestlich von Neuwied), Federau, (Ort
                   in Westpreußen), Hamm (in Westfalen), Hoeppner (Heppner, aus
                   Hoewen bei Gladbach — Hoewener), Kliewer (Klüfer, Kluiver),
                   Loewen (aus Leuwen in Flandern), Mierau (Westpreußen), Neudorf
                   (allgemein), Neufeld (Ort an der Elbemündung), Nieszen (aus
                   Neusz, Rheinland), Petkau (Petrikau), van Riesen (aus Riesa),
                   Suckau (Kloster Zuckau, Westpreußen), Schellenberg (Ort südlich
                   von Salzburg, Österreich), Warkentin (Perchentin, Pommern), von
                   Wieler (Weiler, kleiner Ort), Wiens (aus Vingst, einem Vorort
                   von Koelln).

                    V. Namen, die den Beruf bezeichnen:
                    Bahnmann (Wegarbeiter), Bergmann (Bergwerksarbeiter), Bosch-
                   mann (Waldarbeiter), Buller (Boullert, Bohler — Zimmermann),
                   Dacke (Dachdecker), Harder (Herder, Hir-te), Haijer (einer,
                   der Arbeiter anheuert), Holzrichter, Koerber (Gerber, Koerber,
                   Korbmacher), Kettler (Kesselschmied), Koehler (Kohlenbrenner),
                   Koop (Kouper, Kaufmann), Kroeger (Krugwirt, Kroecker),
                   Lenzmann (Feldscherer), Letkemann (Lindtkemann), Mantler
                   (Schneider), Müller (Mühlenbesitzer oder Mühlenarbeiter),
                   Dickmann (Deicharbeiter), Niebuhr (Neubauer?), Penner (Bender,
                   Pender), Plennert (Tischler), Plett (Stoffbügler), Pottke
                   (Töpfer), Reimer (Riemer, Sattler), Sudermann (Sud = kochendes
                   Wasser), Schmidt (Schmiedemeister), Schroeder (Schrotmüller),
                   Thielmann, Wallmann (Deicharbeiter), Wedel (Wedeler),
                   Zimmermann (Timmermann); Beamte: Vogt (Voth, Foth), Schulz
                   (Dorfschulze), Teichroeb (Dickgraewe, Deichgraf.)

                    VI. Polnische Namen:
                    Delesky (Dileski), Koslowsky (Kozowski), Rogalsky
                   (Rogalski), Sawatzky (Zawadski), Tilitzky (Tylicki).


                   Geografische Herkunft


     Berg           Baerg (Barg, Berg) stammen aus dem Gebiet von Bern in der
                   Schweiz; 1671 nach Polnisch-Preußen gekommen, nach Elbing und in
                   den Ellerwald. 1776 sind sie an folgenden Orten: Stadtfelde,
                   Kl. Mausdorf, Lakendorf, Altendorf, Eilerwald, Neulanghorst,
                   Tiegenhof, Damfelde. Konsignation: 12 Familien, 50 Personen.

    Bergen          Bargen (van Bergen) stammen aus Antwerpen in Belgien. 1585
                   verließ Martin van Bergen Antwerpen und kam nach Königsberg.
                   1601 haben sich zwei Schüler Michael van Bercken und Israel
                   van Bergen im Elbinger Gymnasium angemeldet. 1615, Hans van
                   Bergen im Danziger Werder. In der Konsignation von 1776 sind 7
                   Familien mit 26 Personen.

    Braun           Braun (Bruhn, Brown) kommen aus Flandern. 1619, Jan Brun in
                   Hoppenbruch, Danzig; 1621, Diakon der flämischen Gemeinde in
                   Danzig. 1681, Dirk Bruhns, Färber, Danzig. In der Konsignation
                   Friedrichs des Großen, 1776, waren Braun: 6 Familien, 25
                   Personen; Bruhn: 11 Familien, 49 Personen, und Brun
                   (Brunsche): 6 Familien, 18 Personen. Insgesamt: 23 Familien
                   mit 92 Personen.

    Block           Block stammen aus Mecheln in Flandern. Wilhelm von dem Block,
                   in Mecheln geboren, floh um 1570 nach Königsberg. Söhne:
                   Abraham, Isaac und Jacob. Von Jacob und Abraham stammen die
                   Blocks in Montau. Das "von dem" ließ man fallen. Konsignation
                   von 1776, 13 Familien mit 51 Personen.

   Bartsch          Bartsch kommen aus Holland. 1541, Andres Barts in Liebenau.
                   1595 ist Andres Bartz Schulze des Dorfes Reichenberg. 1675,
                   Andres Bartz, Schmerblock, 1755 — Johann Bartsch, Deputierter
                   nach Rußland.

    DeFehr          DeFehr (Fehr, DeVeer, Veere, Vehr) kommen aus Holland. Der er
                   ste Namensträger stammte aus der Stadt Veere (Fähre) auf der
                   Insel Walcheren. Gysbert Janz de Veer ist 1556 in Scheedam,
                   Danzig geboren. Gysbert de Veer, 1640-1693, wohnte 1690 im
                   Schottland, einem Vorort Danzigs. 1681 sind in Danzig 9 Dever
                   oder de Veer (DeVehr) gelistet, aber keine Vertreter in der
                   Konsignation Friedrichs des Großen von 1776.

   Derksen          Dirks/Dirksen (Derksen, Doerksen, Duerksen) wahrscheinlich
                   aus Friesland. 1536, Claess Diricks aus Holland, bei Elbing.
                   Von 1622-1675, mehrere Dirksen im danziger Werder. 1605,
                   Labrecht Dirksen in Kl. Lubin bei Graudenz. Die Dirksens sind
                   überall in den Werdern zu finden. Dirk wurde als Vorname ge
                   braucht. In der Konsignation sind 40 Familien mit 175 Personen
                   verzeichnet.

     Dyck           Dyck (Dueck, Dick) stammen wohl aus Flandern; van dem Dyck.
                   1592, Philipp van dem Dyck im Gr. Werder. Manche Dycks mögen
                   auch aus Holland stammen, denn Dyck heißt ein Damm, der das
                   Wasser zurückhält. In der Konsignation, 112 Familien mit 513
                   Personen.

    Ediger          Ediger kommen aus dem Gebiet des Mittelrheins, aus dem
                   Winzerort Ediger an der Mosel. Hans Ediger, ausgewiesen,
                   findet in Montau Zuflucht. 1692 ein Ediger in Niedergruppe.
                   1665 wird Heinrich Ediger in Montau getauft. In der Konsigna
                   tion von 1776 sind 10 Familien mit 43 Personen.

    Elias           Elias wird als Vorname allgemein gebraucht. In einigen Fällen
                   bleibt er als Familienname bestehen. In der Konsignation
                   finden wir Johann Elias mit Frau in Ladekopp, Landwirt, und
                   Paul Elias in Schidlitz, mit Frau und 4 Kindern, als Gewürz
                   krämer genannt.

     Enns           Enns, (Enntz, Ensz, Ens) stammen zum Teil aus Ostfriesland,
                   zum Teil aus Österreich, aus Enns an der Enns, einem Nebenfluß
                   der Donau, Enno, Enne ist ein friesischer Vorname. Als
                   Familienname ist er um 1734 "Ennen". 1654, Hans Ensz (Enszoon)
                   in Orloff. 1701, Jacob Entz, Tiegerweide. Um 1727 sind 16.
                   Familien Entz zwischen Weichsel und Nogat. In der Konsignation
                   sind 59 Familien Ens/Entz mit 140 Personen verzeichnet.

     Epp            Epp kommen aus Friesland, zwischen Harlingen und Emden. 1535,
                   Eppe Petersz in t'Zandt bei Appin-gedam. Im Jahr 1586 wird vom
                   Danziger Rat ein Geburtsschein für einen Epp ausgestellt. 1682
                   wird Gretcke Epsen bei der Danziger flämischen Gemeinde
                   getauft. Der erste 1584 in Westpreußen bekannte Epp trägt die
                   friesische Form des Namens, "Eppe". In der Konsigna-
                    tion von 1776, 46 Familien mit 210 Personen.

     Esau            Esau biblischer Vorname, erst als Vorname gebraucht, dann
                    patrony-misch als Familienname. Im Elbing-schen Werder und
                    Eilerwaid, Por-denau, Mierau, Ladekopp, Bollwerk, Bärwalde,
                    Fürstenwerder, aber auch in Schönsee bei Kulm. In der
                    Konsignation von 1776 sind 16 Familien mit 63 Personen
                    verzeichnet.

    Ewert           Ewert kommen wahrscheinlich aus Ostfriesland, zwischen
                    Westfallen und Zuidersee. Ewert, ein Vorname, abgeleitet von
                    Eberhard, auch Ebert. Von 1646-1692 kommt der Name Everts in
                    Norden, Ostfriesland vor. Im 1600, Niklaus Ewertz in Montau
                    bei Graudenz. In Sanskau leben 1664 drei Familien Ewerts.
                    1694, Peter Ewert in Gr. Lunau. In der Konsignation sind 29
                    Familien mit 115 Personen.

     Vogt           Vogt (Voth, Vodt, Foth) kommen aus dem Kanton Bern in der
                   Schweiz. 1538 Hans Vogt aus Villingen, Täuferprediger. 1553,
                   Vertrag mit Schweizer Täufern für Schönsee bei Kulm. 1595,
                   Fetter Vogtt, Schönsee. Bald ist aus Vogt ein Voth oder Foth
                   geworden. Konsignation 1776, 29 Familien mit 137 Personen.

   Friesen         Friesen (Friesen, Froese) sind friesischer Herkunft. Schon zur
                   Ordenszeit im Kl. Marienburger Werder, Friese (Fryse) 1386 in
                   Winkelsdorf. 1709, Melchior Friese, Altester in Markushof.
                   Daraus wird bald Frese oder Froese. Manche blieben bei
                   Friesen. In der Konsignation 1776, 99 Familien mit 406
                   Personen.

     Funk           Funk (Funck). Die Funck kommen aus der Schweiz. 1662, Hein
                   rich Funck bei Zürich. 1656, Hans Funck, Schottland bei
                   Danzig. 1635, Isaac Funck als Schüler des Gymnasiums in
                   Elbing. 1703, Stephan Funck, Prediger in Przechowka,
                   eingewandert aus Mähren, Konsignation, 15 Familien, 73
                   Personen.

  Giesbrecht        Giesbrecht (Giesbrecht/Isebrecht) wahrscheinlich aus der Pro
                   vinz Holland. Um 1600 ist Lodewich
                   Gysebrechts Lehrer (Prediger) in Danzig. 1607, Heinrich
                   Giesbrecht, Scharfenberg, Danzig, und Peter Giesbrecht in
                   Reichenberg. Konsig nation vom Jahre 1776, 9 Familien mit 35
                   Personen.

   Goertzen         Goertz Gertz, Gertzen, Goertzen) kommen aus Friesland. Der
                   erste Goertz in Westpreußen ist Friedrich Gertson/Gertz in
                   Schmerblock, Danziger Werder. 1612 sind Friedrich und Albert
                   Gertz im Kl. Werder. 1639, Dirk Gertz, Montau. 1659, Dirk
                   Gertz, Sibsau. Konsignation 1776, 60 Familien, 245 Personen.

    Gossen          Goossen (Gossen, Goos) kommen aus Holland und Flandern. 1586,
                   Jan Goszen in Elbing. 1598, Abra-ham Goos, Holländer, im
                   Elbinger Gymnasium. 1619, Isaac Goosszen, Elbing. 1776 sind
                   Goossen in Elbing, Altendorf, Stobbendorf, Lakendorf und
                   Zieglerhuben. In der Konsignation, 7 Familien mit 24 Personen.

   Guehter          Guenther  (Ginter).   Günther  ist ein deutscher Vornamme,
                   der patronymisch zum Familiennamen wird. Drei Familien Ginter
                   wohnen in Petershagen, ein Isaac Ginther in Tiegenhof, mit
                   insgesamt 14 Personen. 3 Familien Guenther wohnen bei Elbing,
                   je eine in Heubuden, im Eilerwald und in Pletzendorf, mit 16
                   Personen. Nach der Konsignation, 8 Familien mit 36 Personen.

     Hamm           Hamm (Ham) stammen aus Westfalen und aus Friesland. 1530,
                   Meinard van Harn. 1601, Urban Hamm, Orlofferfelde. 1580,
                   Johann de Mepsche op den Harn, Danzig. Das "op den" fällt, wie
                   das "van", bei van Dyck, van Hörn, im 16. bis 18. Jahrhundert
                   fort. Konsignation 1776, 10 Familien mit 44 Personen.

    Harder          Harder sind einheimische Westpreußen. 1510-1529 waren schon 6
                   Harders in Parschau, Neukirch und Schönhorst. Im selben Raum
                   sind später mennonitische Harder. Han Harder wird 1667 in
                   Danzig getauft. In der Konsignation von 1776 sind 22 Familien
                   Harder mit 91 Personen verzeichnet.

    Harms           Harms (Harm, Harmes, Harmies) sehr wahrscheinlich aus
                   Ostfriesland und Oldenburg. Aus'Jever verwiesen, kommt Claas
                   Harms nach Elbing, im Kl. Werder. 1709, Hans Harmiss, Diakon
                   in der friesischen Gemeinde, 1793, Simon Harms, Prediger. In
                   der Konsignation von 1776 sind es 24 Familien mit 102
                   Personen.

    Heyde           Heide (Heyd, Heydebreck, Heydebrecht, Heidebrecht), wohl aus
                   Holland. In der Konsignation sind folgende verzeichnet: Johann
                   Heidebrecht, Czatkau, David Heyd, Walldorf; Jacob und Peter
                   Heyde-brecht, Krebsfeld, alles Landwirte: 4 Familien mit 24
                   Personen.

   Hoeppner          Heppner (van Hoewen, Hoewn-wer, Hoeppner) kommen vom Nie
                   derrhein. In Hoewen bei Gladbach wohnten   25
                   Mennonitenfamilien; von  dort vertrieben,  nannten sie sich
                   van Hoewen oder Hoewener. Daraus ist dann im Laufe der Zeit
                   Heppner (Hoeppner) geworden.

   Huebert          Hiebert (Hubert, Huebert, St. Hu-bertus) kommen aus dem Rhein
                   land, bei Monschau, südlich von Aachen. 1622, ' Jacob Hubert
                   in Eschenhorst am Drausensee. 1740, Hubert in der
                   Memelniederung. 1776 im Werder schon "Hiebert". Konsignation
                   1776, 14 Familien mit 79 Personen.

  Hildebrand        Hildebrand(t), wahrscheinlich aus Wormer in Nordholland. Im
                   Jahre 1552 hält sich der Fischer Hille-brant aus Wormer in
                   Nordholland mit anderen mennonitischen Familien in Danzig auf.
                   In der Konsignation 1776, 9 Familien mit 31 Personen.

    Hooge           Hooge , wahrscheinlich aus Holland. Das Wort bedeutet der
                   Hohe, also ein großer, hochgewachsener Mann. Der Name ist in
                   westpreußischen Quellen nicht zu finden. Die Hooges müssen in
                   Rußland zu den Mennoniten gestoßen sein.

    Janzen          Janzen (Jantzen, Janz, Jantz, Jansen) stammen aus dem Nordsee
                   raum, von Holstein bis Flandern. 1585 in Altebabke, Wallich
                   Jansen. 1618, Jacob, Beyershorst; 1571, Peter Jantzen,
                   Scharfenberg. Im Jahre 1619 wohnen in Hoppenbruch bei Danzig,
                   Jansen aus Holstein, Harlin-gen, Westfalen und Brabant. Kon
                   signation 1776, 125 Familien mit 445 Personen.

   Kasdorf          Kasdorf (Kasdorp), ein holländischer Familienname; Jan
                   Kasdorp, 1695-97.Gerrit Kasdorp, Prediger in Hamburg. Härmen
                   Kasdorp, 1700 nach Pennsylvanien, USA. Der westpreußische Name
                   Kasdorf ist höchtswahrscheinlich eine preußische Schreibweise
                   dieses Namens. In der Konsignation von 1776 ist ein Kosdorf,
                   Hans (Kasdorp) in Heubuden als Arbeiter, 3 Personen.

    Klassen         Klassen (Claassen, Klaassen) aus Holland. 1567, Märten Clausen in
                   Scharfenberg. 1552, Gert Clausen Schmerblock. 1606, Gert
                   Classen, Diakon, 1611, Lehrer, 1621, Ältester der Danziger
                   flämischen Men-nonitengemeinde. 1650, Martin Classen in
                   Junkertreul. In der Konsignation 1776 waren 106 Familien mit
                   398 Personen verzeichnet.

   Kliewer          Kliewer Klüfer, Kluiwer, kluiver) kommen von Niederrhein.
                   1622 in Mönchen-Gladbach, Thesis ufm Klüfer, 1654 vertrieben.
                   InderMontau-er Gemeinde sind 1663, Petter Klüfer, 1680,
                   Cornels Klüfer. 1706 aber schon Franz Kliewer. 1708, Peter und
                   Cornels Kluiwer in Dragasz. In der Konsignation sind 14
                   Familien mit 58 Personen verzeichnet.

     Koop           Koop (Kopp, Kopper) sind friesischen und holländischen
                   Ursprungs. Aus ihrer Heimat vertrieben, kommen einige auch bis
                   Westpreußen. Die Kopper finden wir in Montau-Gruppe, bei
                   Graudenz an der Weichsel, wo mehrere von ihnen Prediger und
                   Älteste waren. Mehrere Familien wanderten nach Polen und
                   Rußland aus. In der Konsignation, 1776, 9 Familien mit 40
                   Personen.

  Koslowsky         Koslowsky (Kosowski), polnischer Name. Als manche Mennoni
                    ten 1711 nach der Memelniederung zogen, nahmen manche ihre
                   polnischen Dienstleute mit, die sich dort den Mennoniten
                   anschlössen. Als Mennoniten kamen sie später nach Preußen
                   zurück und zogen auch mit nach Rußland.

    Krahn            Krahn (Kraan, Kraen) kommen aus Holland. 1532 erleiden Hugo
                   Jacob Kraan und Frau Martigen den Märtyrertod. Möglich, daß
                   Kinder nach Osten entkamen. 1692 wurden Jacob und Gergen Kraen
                   getraut. Sie wohnen im Ellerwald und bei Tiegenhof. In der
                   Konsignation sind 4 Familien mit 17 Personen.

    Krause          Krause westpreußische Familie. Christian Kruse, Fürstenau,
                   zog 1711 zur Memelniederung. Sie sind dann später nach Rußland
                   ausgewandert. Bartel Krause, 1776 in Königsber

   Kroeker          Kroecker (Kroeker, Kroeger? Krecker, Grecker, Greogor), wahr
                   scheinlich aus der Pfalz. 1598 ziehen Groeckers nach Mähren.
                   1627 ist Hans Krecker in Tiegenhagen im Gr. Werder. Das G ist
                   zu K geworden. Im 18. Jahrhundert wird das e zum oe — Kröcker.
                   In der Konsignation von 1776 sind 28 Familien mit 123 Personen
                   verzeichnet.

  Letkemann        Letkemann sind einheimische Westpreußen; zwei wohnen 1776 in
                   Altendorf im Gr. Werder. Vater war Jacob Lindtkemann, der 1727
                   in Altendorf 15 Morgen besaß. Durch das Plattdeutsche wird aus
                   dem Lindtkemann ein Letkemann. In der Kon signation von 1776
                   sind zwei Familien mit 7 Personen.

     Lepp           Loepp (Lippe, Lepp, Loeppky). Die Loepp kommen wohl au Westfa
                   len oder Friesland. Peter von der Lippe, 1546, "Apostel der
                   Wiedertäufer", Warendorf. 1678, Jacob Lippe, Orlofferfelde;
                   derselbe ist 1677 schon ein Jacob Lepp. Später wird daraus
                       Loepp. Konsignation 1776, 5 Familien mit 23 Personen.

    Loewen          Loewen (Lievens, Lewens) kommen wahrscheinlich aus Lievens in
                   Flandern. 1727 sind Lievens in Walldorf im Gr. Werder, Lewen
                   Lewens und Daniel Lewens. Da Liewen die flämische Form des
                   Namens ist, nehmen wir an, daß die Löwen aus Flandern sind. In
                   der Konsignation 1776, 21 Familien mit 99 Personen.

   Martens          Martens (Martin, Martins) stammen teils aus Danzig, teils aus
                   Friesland. Vorname Martin. 1648, Hans Martin in Danzig; 1681,
                   sein Sohn Jacob Martens, Buchhalter. Sie waren danziger
                   Nachkommen im Kl. Marienburger Werder. Andere Martens kamen
                   aus Friesland. Konsignation, 42 Familien mit 160 Personen

   Neudorf         Neudorf (Neuendorff) sind hutte-rischer Abstammung. Neusiedlun
                   gen am Drausensee und in den Werdern nannte man oft "Niedarp"
                   — Neudorf. Hier wurde er zum Familiennamen In der Konsignation
                   ist eine Familie in Tiegenhof, drei in Königsberg; 4 Familien
                   mit 12 Personen.

   Neufeld         Neufeld (Niefeld, Neufeldt) stammen von der Nordsee an der
                   Elbemündung. Im Weichseldelta 1601, Gert Niefelts. Das Gr.
                   Werder ist im 17. Jahrhundert Heimat der Neufelds. 1676 ist
                   Harm Neufeld Ältester der Großwerder Gemeinde. 1727 sind acht
                   Familien Neufeld in Heubuden, Kl. Mausdorf, Tiegenha-gen,
                   Neumünsterberg und Teigen-hof. In der Konsignation sind 33 Fa
                   milien mit 122 Personen.

    Nickel          Nickel (Nikkel) sind wahrscheinlich vom Niederrhein um
                   Aachen. 1652. Hanss Nickel in Brunau. 1655/60, Hanss Nickel und
                   Danzig. 1653. Nickels in Roßgarten, Kulmer Niederung. Im 17.
                   Jahrhundert, Nickels in Montau, von wo sie nach Polen und
                   Rußland auswanderten. In der Konsignation von 1776 sind 44
                   Familien mit 183 Personen. 1936 waren 96 Familien Nickel in
                   Westpreußen.

   Niebuhr          Niebuhr, aus den Niederlanden oder Friesland. 1789 zieht ein
                   Niebuhr aus Preußen nach Chortitza in der Ukraine. Sein Enkel,
                   Hermann A. Niebuhr, war ein reicher Mühlenbesitzer in
                   Chortitza. In der Konsignation finden wir einen Niebuhr
                   Arbeiter mit Frau, dann zwei Familien Neubauer mit 7 Personen.

    Pauls           Pauls (Pauwelsz,  Paulsen,  Pau- eis), teils altpreußisch
                   (1399-1409), teils flämisch. Im 17. Jahrhundert, bis 1622,
                   Adrian Pauls, Ältester der Danziger    friesischen
                   Gemeinde,
                    1674,   Johann   Pauls,   Heubuden, 1621, Gert und Peter
                   Paulsen, Bey- ershorst,   Danzig  Land.   Konsignation, 49
                   Familien mit 204 Personen

    Penner          Penner (Bender,  Penders,  Pen- naerts),  teils  aus  der
                   Rheinpfalz, teils aus Flandern.  1527, Dietrich Bender, Worms
                   a.Rh., 1592, Jacob Penders,   Gr.   Werder.   1678,  Her- mann
                   und Heinrich Pender, Orlof- ferfelde. 1621 Dönnies Penner, Be-
                   yershorst,  1627 — Dorfschulze. In der Konsignation von 1776
                   befinden sich 118 Familien mit 489 Personen.

    Peters          Peters (Petersen,  Pieters) kom- men  aus   Holland   und
                   Flandern, manche auch aus Friesland. 1561, Cyriacus Peters in
                   Möskenberg im Kl.Werder,     der     aus     Flandern stammt.
                   1558, Jan Peters aus Gor- cum, Seeland, in Danzig. 1586, der
                   Friese Sylvert Pieters in Montau. Konsignation,    41
                   Familien,    192 Personen.

    Petkau          Petkau wahrscheinlich westpreu- ßisch. Weder in der
                   Konsignation noch in anderen Quellen zu finden. In Südrußland
                   erst finden sich Pät- kaus. Jacob H. Pätkau, Lehrer, Pre-
                   diger und Ältester in Memrik, 1895 bis 1947.

   Quiring          Quiring (Vorname  Quirin,  Kwiring) kommen aus der Gegend
                   von Antwerpen, oder aus dem niederländischen  Grenzgebiet.
                   1626,  Simon Quiring,  Schwentekampe  im Danziger Werder.
                   1636, Peter Kwiring in Pr. Königsdorf. 1737, Hein- rich
                   Quiring, Tragheimerweide. In der Konsignation, 31 Familien,
                   110 Personen.

   Redekopp        Redekopp (Redekop).    Herkunft unbestimmt,  wahrscheinlich
                   westpreußisch. Die in der Konsignation 1776 angeführten
                   Familien siedelten in Lakendorf, Bollwerk und Petershagen,
                   westlich der Nogat, bei Tiegenhof; 3    Familien    mit    12
                   Personen.

    Regier         Regehr (Reyger; Regier, Rogier) aus Holland, bei Amsterdam.
                   Vorname Reyer. 1642, Heinrich Reyger in    Scharfenberg.
                   1725  Martin Regehr in Neuendorf im Danziger Werder. 1727,
                   Michel Regehr in Ladekopp. Der Name Regier ist wohl
                   niederländisch-französischer  Abstammung.   1543,   Jacob
                   Rogiers, Brabant. Von Vornamen Rogier. In der Konsignation
                   sind 21 Familien Regehr, 103 Personen,

    Reimer         Reimer (Reymar, Reymer) stammen aus Westpreußen.  1399-1529 im
                   Danziger Gebiet. 1725, Johann Reimer, Reinland am Frischen
                   Haff, 1734,   Isebrandt  Reimer,   Poppau. 1671, Siemon
                   Reymer; 1679, Jacob Reymer; 1682, Hans Reymer. In der
                   Konsignation von 1776, 37 Familien
                   mit 155 Personen.

    Rempel         Rempel kommen wahrscheinlich aus Schlesien. 1727 drei Familien
                   in der  Tiegenhagener  Brandordnung (Schwenkenfelder) in
                   Tiegenhagen Platenhof,    Petershägenerfeld.    In
                   derselben   Gegend   sind   sie   auch noch (westlich von
                   Elbing) 1776, bei der Konsignation: 16 Familien mit53
                   Personen.

  Driediger         Driediger (Riediger — de Riediger) aus der Schweiz. 1727,
                   Jacob Riediger in Tiegenhof. Johann de riediger-Driediger,
                   1668 in Rücke-nau. In der Konsignation sind 1776, 7 Familien
                   Riediger mit 11 Personen und 7 Familien Driedger mit 37 Per
                   sonen, im Elbinger Gebiet und im Großen Marienburger Werder.

   Sawatzky         Sawatzky (Sawatzki, Zawadski) stammen aus westpreußisch-
                   polnischem Adel. Im Jahre 1620 besucht Johannes Zawatzky das
                   Elbinger Gymnasium. Er ist später Starost und Kastellan von
                   Schwetz. 1727, Hans Sowatzky, Neustädterwald. Konsignation, 5
                   Familien, 22 Personen.

   Siemens          Siemens (Symons, Siemons, Ziemens) stammen aus Holland. Bei
                   Zeugenaussagen 1552 in Amsterdam: Cornelis Symonszen hat sich
                   schon lange vorher in Danzig niedergelassen. In der
                   Konsignation, 5 Siemens- und 9 Siemens-Familien mit 60
                   Personen.

  Sudermann         Sudermann stammen aus dem holländischen Raum. 1716, Menno-
                   nitenprediger Sudermann aus Rotterdam — in Danzig. Jacob Suder
                   mann kam 1660-1670 aus Rotterdam nach Danzig. Konsignation von
                   1776, 4 Familien mit 17 Personen.

 Schllenberg        Schellenberg (Schellenberger) kommen aus der Schweiz, über
                   Mähren, 1681, Stefan Schellenberg, Danzig. 1693, Tobias
                   Schellenberg aus Mähren nach Przechowka gekommen. In der
                   Konsignation von 1776, 3 Familien mit 13 Personen.

  Schroeder        Schroeder (Schroeter) von der niederrheinisch-holländischen
                   Grenze. 1534, Emse Schroeder in Zwolle. 1592, Christian
                   Schroeder, Montau. 1605 sind Lubbert und Karsten Schroeder in
                   Montau. 1663-1736, Johann David Schroeder, Montau, Ältester.
                   Konsignation 1776, 19 Familien mit 85 Personen. Sind zahlreich
                   in Zentralpolen, in Wymyschle und Kasun bei Warschau.

   Thiessen         Thiessen (Tijssen, Tyssen, Tiessen) kommen aus dem
                   niederländischen Raum. 155, Harman Tijssen, Amsterdam. 1625,
                   Georg Tyssen, Petershägenerfeld, Gr. Werder. Anfang des 17.
                   Jahrhunderts wird Hans Tiessen in Tiegenort genannt. In der
                   Konsignation von 1776 sind 26 Familien mit 113 Personen
                   genannt.

    Toews           Toews (Thewis — Matthäus, Mathoews), Ostfriesland und am Nie
                   derrhein. 1658, Tewes Peters, Ost-friesland. 1663, Tews Ewert
                   und Tews Gertzen, Montau. 1673, Hin-rich Tewsen, Montau; 1681,
                   Wilm Tewsen in Montau. Im Gr. Werder kommen Tewes und Tews
                   vor. Konsignation 1776, 27 Familien, 132 Personen.

   Tilitzky         Tilitzky (Tellitzki, polnischer Abstammung. In der
                   Konsignation 1776 ist ein Tilitzki, Behrend, Landwirt mit
                   Frau, 5 Söhnen und l Tochter verzeichnet. Im Königsberger
                   Bürgerbuch ist ein Tilitzki, George Simon, Messerschmied, geb.
                   18.2.1793  in  Danzig,   Tragheimerweide, Angehöriger der
                   westpreußischen Mennonitenfamilie Tilitzki.

    Unger          Unger (Uner) stammen wohl aus Thüringen; sie kamen nach West
                   preußen wohl über Mähren und Ungarn. 1664, Stefan Unger,
                   Tiegenhagen, Gr. Werder. Vom 17. Jahrhundert bis  1945 in den
                   Gemeinden Thiensdorf,   Orlofferfelde,   Danzig-Neugarten.   In
                   der   Konsignation 1776, 10 Familien mit 42 Personen.

    Unruh          Unruh   (Unrau,    Onrau,   Oroch) stammen    aus
                   Niederschlesien oder Sachsen.  1407,  Neumünsterberg,   drei
                   Familien   Unru.   1678, Ohm Hein Unrau in Kunopat bei
                   Przechowka.   1757,   Hans   Unrau, Przechowka. Peter Unrau,
                   getauft 1790 in Jeziorken. Konsignation von 1776, 22 Familien
                   mit 104 Personen.

     Wall          Wall (Waal, de Wall) kommen aus Holland.   1549,   Jacob   de
                   Waele, Danzig. 1586, Pieter de Wall in Danzig.  1600, Elias de
                   Waele, Danzig. 1727, Isaac und Jacob Wall, Dorf Stadtfelde
                   bei   Marienburg.   1795 wandert Johann Wall nach Rußland aus.
                   Konsignation 1776, 11 Familien mit 61 Personen.

   Wallman          Wallman kommt unter den Hutterern und den Mennoniten in Ruß
                   land vor. Im frühen 19. Jahrhundert verließ Andreas Wallmann
                   die Hutterer und schloß sich der Mennonitengemeinde in
                   Chortitza an. Als Schwiegersohn des Fabrikanten Lepp, war er
                   dessen Partner.

  Warkentin         Warkentin (Parchentin) kommen aus Mecklenburg. Sie stammen
                   aus dem Marktflecken Perkentin, westlich von Rostock. Im 16.
                   und 17. Jahrhundert gab es viele Warkentins in Mecklenburg,
                   besonders in Güstrow. 1727, Warkentins in Heubuden, Ladekopp
                   und Tiege. 1665, Arendt Warkentyn, Danzig. In der Konsignation
                   von 1776, 28 Familien mit 116 Personen.

    Wiebe           Wiebe, Westfriesland und Friesland. 1640, die Brüder Wiebe in
                   Elbing, Jacob in Freienhuben, Abraham in Einlage an der Nogat.
                   Adam Wiebe, 1616 aus Harlingen nach Danzig; Stadtbaumeister
                   Wiebe. Wiebe ist ein friesischer Vorname der hier zum
                   Nachnamen wurde. Konsignation von 1776, 67 Familien mit 304
                   Personen.

    Wieler          Wieler, wahrscheinlich aus der Schweiz. 1671 kommt Hans von
                   Wieler nach Preußen. Der Ort Wyler am Brüningpaß, östlich vom
                   Brienzer See, gab den Namen. Das von fiel weg. Konsignation,
                   18 Familien mit 78 Personen.

    Wiens           Wiens (Wynes, Vingst) kommen aus Köln am Rhein. 1561, Herman
                   Wynes, nach Danzig. Die Wiens kamen von Wynes, jenseits von
                   Köln — Vingst. 1568, Herman Wiens, AL-tebabke. In der
                   Konsignation 1776 sind 67 Familien mit 314 Personen
                   verzeichnet.

    Wilms           Willms kommen aus Holland. 1543, Dirk Willms, Schoeneberg.
                   1558/59 , Hermann und Johann Willms, Greuelsberg, 1675, Gergen
                   Willms, Scharfenberg, Danzig. 1633, Huybert Willmszen, Diakon,
                   Danzig. In der Konsignation von 1776 sind 15 Familien mit 74
                   Personen verzeichnet.

    Woelk           Woelk (Wilke, Welke) sind einheimische Westpreußen. 1510-
                   1529, Gregor und Jacob Wilke, Groß Lesewitz; George Wilke in
                   Schadwalde, Peter Wilke in Eichwalde. 1726, Hendrich Wilke,
                   Diakon, Danzig. In der Konsignation von 1776, 13 Familien mit
                   61 Personen.

  Zacharias         Zacharias (Zachris). Herkunft unbestimmt. Vorname, der zum
                   Nachnamen wurde. Zerstreut im Elbinger und Gr. Marienburger
                   Werder wohnend. In der Konsignation, Hans Zacharias in
                   Simonsdorf, Landwirt; Johann Zacharias, Neulanghorst, Weber,
                   und Peter Zacharias, Petershagen, Wassermann; Johann
                   Zacharias, Elbing, Bäcker; 4 Familien mit 22 Personen.



                

Quelle: 1. Bedeutung und Herkunft unserer mennonitischen Namen. Erich L. Ratzlaff. In "Der Bote" 6. Juli 1983 Nr. 27. 2. Mennonitisches Lexikon, Band MV.

Zuletzt geändert am 2 Juni 2002